KI-Sichtbarkeit als Gesundheitscoach: So wirst du von ChatGPT, Perplexity und Google empfohlen

von | 16. April 2026

Warum Positionierung 2026 auch darüber entscheidet, ob ChatGPT und Co. dich empfehlen – oder ignorieren.

KI-Sichtbarkeit entscheidet zunehmend darüber, ob Gesundheitscoaches, Therapeutinnen und Berater von potenzieller Kundschaft gefunden werden. ChatGPT, Perplexity und Google AI empfehlen nur, wen sie als Fachautorität einordnen können. Dieser Artikel zeigt die fünf Grundlagen, die dafür stehen müssen – und warum die Gesundheitsbranche dabei weniger Wettbewerb hat als fast jede andere.

Das Wichtigste in Kürze

KI-Sichtbarkeit bezeichnet die Wahrscheinlichkeit, dass KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews die Inhalte eines Coaches als Quelle für ihre Antworten verwenden. Für Gesundheitscoaches gelten verschärfte Qualitätsanforderungen (YMYL/E-E-A-T), die gleichzeitig eine Chance darstellen. Gleichzeitig bauen Google und andere Anbieter eigene KI-Gesundheitscoaches – die bei komplexen Fällen an menschliche Fachleute verweisen werden. Vorausgesetzt, diese sind digital auffindbar.

Sichtbarkeit in KI-Systemen entsteht durch fünf konkrete Grundlagen: eine strukturierte About-Seite, einen FAQ-Bereich, einen Pillar-Artikel, Plattform-Konsistenz und externe Bewertungen. Tägliches Posten auf Instagram oder TikTok hat darauf keinen Einfluss – LinkedIn-Artikel und YouTube-Videos dagegen werden von KI-Systemen als Quellen herangezogen. Laut einer Analyse von CI Web Group (2025) ranken 76 % der von Google AI Overviews zitierten Quellen gleichzeitig in Googles Top 10.

Die Grundlagen lassen sich in wenigen Wochen legen. Technisches Wissen ist dafür nicht erforderlich – die entscheidende Voraussetzung ist eine klare Positionierung, die KI-Systemen signalisiert: für wen, welches Problem, welche Qualifikation.

„Ich habe dich über ChatGPT entdeckt.”

Diesen Satz höre ich – Anne Jansson, Business-Mentorin für Gesundheitscoaches im DACH-Raum – mittlerweile regelmäßig von neuen Kunden. Beim ersten Mal dachte ich, das sei ein Ausreißer. Mittlerweile weiß ich: Es ist ein Symptom für eine grundlegende Veränderung in der Art, wie Menschen nach Unterstützung suchen.

Vielleicht spürst du es selbst: Du postest, du erklärst, du gibst fachlich alles – aber die Anfragen werden weniger. Die Sichtbarkeit, die du über Jahre aufgebaut hast, verliert an Wirkung. Das hat einen konkreten Grund.

Menschen suchen nicht mehr nur bei Google. Sie fragen ChatGPT, Perplexity und Google AI um Rat. Und selbst Google liefert inzwischen KI-generierte Antworten direkt in den Suchergebnissen: Seit Mai 2025 zeigt Google sogenannte AI Overviews in Deutschland flächendeckend an – laut SISTRIX bereits bei rund 20 % aller Suchanfragen, Tendenz steigend. In fast 80 % der Fälle stehen diese KI-Antworten noch vor dem ersten organischen Treffer.

Und die KI-Suchsysteme empfehlen nur, wen sie als Fachautorität einordnen können. Das ist KI-Sichtbarkeit – die Auffindbarkeit in KI-gestützten Suchsystemen. Die Basis dafür ist dieselbe wie für jedes gute Marketing: eine klare Positionierung. Wer klar positioniert ist, wird von KI-Systemen gefunden. Wer schwammig bleibt, bleibt unsichtbar.

KI-Sichtbarkeit: Deine Auffindbarkeit in ChatGPT, Perplexity und Google AI

KI-Sichtbarkeit – eine Definition

KI-Sichtbarkeit bezeichnet die Wahrscheinlichkeit, dass KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews deine Inhalte als Quelle für ihre Antworten verwenden. Wenn jemand ChatGPT fragt „Welcher Coach hilft bei Stressbewältigung für Selbstständige?”, durchsucht die KI das Web, bewertet Quellen und nennt Namen. Deine Auffindbarkeit in diesen Systemen entscheidet, ob einer dieser Name bist.

Eine Klarstellung vorab, weil der Begriff gerade von vielen missverstanden wird: Google selbst verwechselt in seinen AI Overviews zum Thema „KI-Sichtbarkeit für Coaches” zwei völlig verschiedene Dinge – KI-Tools für die eigene Content-Erstellung und die Frage, ob KI-Systeme dich als Quelle empfehlen. Das eine hat mit dem anderen wenig zu tun.

Zweites Beispiel: „Ich suche Ernährungsberatung bei Hashimoto in Hamburg.” Perplexity gibt darauf eine konkrete Empfehlung – mit Begründung, warum diese Person qualifiziert ist..

Wer bei Perplexity gefunden werden will, braucht einen digitalen Auftritt, der der KI klare Signale liefert – allen voran die eigene Website, aber auch LinkedIn, ProvenExpert oder Fachverzeichnisse wie Jameda.

KI-Sichtbarkeit dreht die Perspektive um: Es geht darum, ob ChatGPT dich empfiehlt, wenn jemand nach deinem Thema fragt – nicht darum, ob du mit ChatGPT Posts schreibst.


Selbsttest: Wirst du von KI empfohlen? Finde es in 5 Minuten heraus.

  1. Öffne ChatGPT (die kostenlose Version reicht).
  2. Gib ein: „Welche [dein Beruf] hilft bei [dein Kernthema] in [deine Stadt]?”
  3. Taucht dein Name auf? Lies weiter, um zu verstehen warum.
  4. Taucht er nicht auf? Lies erst recht weiter.
  5. Variiere die Frage: „Wer ist eine gute [Berufsbezeichnung] für [Zielgruppe] mit [Problem]?”
  6. Dokumentiere, wer stattdessen empfohlen wird.

Wie ChatGPT und Perplexity deine Kundschaft beraten

KI-Suchmaschinen funktionieren grundlegend anders als Google. Sie zeigen keine Linkliste, durch die du dich klickst. Sie bündeln Informationen aus vielen Quellen zu einer direkten Antwort – oft mit einer konkreten Empfehlung.

Bei Google entscheidest du durch dein Ranking, ob du gefunden wirst – bei KI-Systemen entscheidet die KI, ob du empfohlen wirst. Du kannst dein Ranking beeinflussen, indem du guten Content schreibst und deine Seite technisch sauber aufstellst. Ob eine KI dich als Empfehlung ausspielt, hängt davon ab, ob sie dich als vertrauenswürdige Fachautorität einordnet.

Zero-Click-Suchen: Die Antwort steht in der KI-Zusammenfassung

Es gibt einen Trend, der diese Veränderung beschleunigt: Zero-Click-Suchen. Das bedeutet, dass die Antwort direkt in der KI-Zusammenfassung steht – und daher niemand auf deine Website klickt. Eine Analyse von SparkToro und Datos (2024) kommt zu dem Ergebnis, dass rund 60 % der Google-Suchen ohne Klick auf eine externe Website enden.

Dein Blogartikel kann also auf Seite 1 ranken – und trotzdem bekommst du weniger Besucher als letztes Jahr. Der Traffic verschwindet natürlich nicht. Er wird aber von KI-Systemen abgefangen, die die Antwort direkt liefern.

Merkmal Klassische Suche KI-Suche
Nutzeranfrage Keywords wie „Ernährungsberaterin Hamburg” Ganze Sätze wie „Ich suche eine Ernährungsberaterin für Hashimoto in Hamburg”
Ergebnis Linkliste mit 10 Treffern Direkte Antwort mit konkreter Empfehlung
Erfolgsmetrik Ranking-Position auf Seite 1 Ob du als Quelle zitiert oder empfohlen wirst
Klickverhalten Nutzer klickt auf mehrere Links Nutzer bekommt die Antwort direkt

 

SEO, GEO und LLMO – drei Begriffe, ein Prinzip

SEO bringt dich in die Google-Ergebnisse. GEO bringt dich in die KI-Antworten.

SEO optimiert deine Inhalte für Google-Rankings. GEO (Generative Engine Optimization) optimiert sie dafür, von KI-Systemen als Quelle zitiert zu werden. Der Begriff wurde 2023 von Forschern der Princeton University, Georgia Tech und des IIT Delhi als erstes systematisches Framework für die Sichtbarkeit in generativen Suchmaschinen eingeführt (Aggarwal et al., arXiv:2311.09735).

Beide Ansätze ergänzen sich: Laut einer Analyse von CI Web Group (2025) ranken 76 % der von Google AI Overviews zitierten Quellen gleichzeitig in Googles Top 10. Wer gutes Coaching SEO betreibt, hat bei KI-Systemen einen Vorsprung.

Lily Ray, VP of SEO Strategy bei Amsive und eine der anerkanntesten GEO-Expertinnen weltweit, bestätigt diesen Zusammenhang auf der MozCon 2025:

„Sichtbarkeit in KI-Ergebnissen hängt direkt von der SEO-Stärke ab. In vielen KI-generierten Antworten sind die zitierten URLs dieselben Seiten, die organisch bei Google ranken.”

Wenn du also bereits einen gut positionierten digitalen Auftritt hast, bist du für KI-Sichtbarkeit besser aufgestellt, als du denkst.

Rund um das Thema tauchen gerade viele neue Fachbegriffe auf. SEO (Search Engine Optimization) kennst du wahrscheinlich bereits. GEO ist der neue Begriff dafür, Inhalte so aufzubereiten, dass KI-Systeme sie als Quelle verwenden.

Es gibt noch einen dritten Begriff: LLMO (Large Language Model Optimization). Das ist die technischere Variante von GEO und für dich als Coach nicht weiter relevant.

Die Begriffe sind neu, das Prinzip dahinter kennst du aber längst: Dein digitaler Auftritt muss klar, strukturiert und glaubwürdig sein.

Genau das, was gutes Marketing schon immer ausgemacht hat. Mit einem Unterschied: Ein KI-System entscheidet in Millisekunden, ob dein Profil eine klare Antwort auf eine konkrete Frage liefert. Wenn nicht, nimmt es die nächste Quelle.

KI-Sichtbarkeit ist Substanzarbeit, kein Technikprojekt

Das Thema ist ein Struktur-Thema, kein Tool-Thema. Aus meiner Erfahrung mit über 1.800 Gesundheitsexperten: Die allermeisten scheitern an der Auffindbarkeit in KI-Systemen, weil ihre Positionierung zu schwammig ist – für Menschen und für Maschinen. Die Technik kommt danach.

Du musst keine neue Software lernen und kein Programmier-Wissen aufbauen. Die technischen Bausteine – Schema Markup, llms.txt, strukturierte Daten – kann eine Fachperson für dich übernehmen.

Was du selbst brauchst: Klarheit über deine Positionierung. Eine gepflegte About-Seite. Ehrliche Antworten auf die Fragen deiner Zielgruppe. Das sind keine technischen Aufgaben, sondern Substanzarbeit.

Wenn du tiefer einsteigen willst, wie GEO-Optimierung als Gesamtsystem funktioniert – von der Markenarchitektur bis zur technischen Umsetzung – empfehle ich den Artikel meiner KI-Strategin Raphaela Ayriss zu GEO-Optimierung

Bevor wir zu den konkreten Schritten kommen, gibt es eine Besonderheit, die nur für deine Branche gilt.

Strengere Regeln, weniger Wettbewerb: YMYL als Chance für die Gesundheitsbranche

Gesundheitscoaches unterliegen bei KI-Systemen strengeren Qualitätsanforderungen als andere Branchen – weil Gesundheitsthemen unter die YMYL-Kategorie fallen (Your Money or Your Life). Gleichzeitig liefern die wenigsten Coaches in der Gesundheitsbranche die Signale, die KI-Systeme für eine Empfehlung brauchen.

Wer jetzt die YMYL-Hürde nimmt, hat deshalb weniger Wettbewerb als in fast jeder anderen Branche.

YMYL – der höhere Maßstab bei Gesundheitsthemen

YMYL steht für „Your Money or Your Life” – und beschreibt eine Kategorie von Themen, bei denen Google und KI-Systeme einen deutlich höheren Qualitätsmaßstab anlegen. Gesundheit gehört ebenso wie Finanzen dazu.

Was das für dich bedeutet: Bei Themen, die die Gesundheit betreffen, empfehlen KI-Systeme nur Quellen, bei denen sie sich sicher sind, dass die Information verlässlich ist. Die KI wird dich nur dann als Fachautorität empfehlen, wenn dein digitaler Auftritt Fachkompetenz signalisiert. „Ich helfe dir, gesünder zu leben” reicht nicht.

Ein Beispiel, wie der Unterschied aussieht:
Vorher: „Ganzheitliches Coaching für mehr Wohlbefinden”
Nachher: „Ernährungsberatung bei Hashimoto – evidenzbasiert, mit Fokus auf Schilddrüsenfunktion und Darmgesundheit. Über 300 Klienten begleitet.”

Die erste Variante gibt einer KI nichts, womit sie arbeiten kann. Die zweite beantwortet klar: Für wen? Welches Problem? Welche Qualifikation?

E-E-A-T – die vier Buchstaben, die über deine Sichtbarkeit entscheiden

E-E-A-T ist das Bewertungssystem, das Google und KI-Systeme nutzen, um die Vertrauenswürdigkeit einer Quelle einzuschätzen. Es steht für vier Kriterien:

  • Experience (Erfahrung): Hast du das, worüber du schreibst, selbst erlebt oder praktiziert?
  • Expertise (Fachkenntnis): Hast du nachweisbare Qualifikationen?
  • Authoritativeness (Autorität): Wirst du von anderen als Fachperson wahrgenommen – durch Erwähnungen, Gastartikel, Empfehlungen?
  • Trustworthiness (Vertrauenswürdigkeit): Ist dein Auftritt transparent, konsistent und professionell?
Kriterium Was die KI sehen will Dein konkreter Hebel
Experience Echte Praxiserfahrung „Über 500 Klientinnen begleitet” auf der About-Seite
Expertise Nachprüfbare Qualifikationen Ausbildungen und Zertifikate klar benennen
Authority Externe Erwähnungen und Empfehlungen Gastartikel, Podcast-Auftritte, Fachverband-Einträge
Trust Transparenz und Konsistenz Impressum, echte Fotos, verifizierte Bewertungen

Freie Bahn für die Ersten

Die meisten Coaches in der Gesundheitsbranche liefern der KI keines dieser Signale. Ihre Websites sind schwammig positioniert, konkrete Erfahrungszahlen fehlen, Qualifikationen stehen irgendwo im Fließtext statt strukturiert oben.

In der Gesundheitsbranche ist der Wettbewerb um Plätze in KI-Empfehlungen noch geringer als in anderen Branchen. Die YMYL-Hürde schreckt viele ab. Wer jetzt diese Hürde nimmt, hat freie Bahn. KI-Systeme suchen aktiv nach vertrauenswürdigen Quellen für Gesundheitsthemen – und finden zu wenige.

Laut ICF (2023) gibt es weltweit über 109.000 Coach Practitioners, mit stark wachsender Tendenz. Wie viele davon eine Website haben, die KI-Systeme als Fachquelle erkennen können? Aus meiner Arbeit mit über 1.800 Gesundheitsexperten im DACH-Raum würde ich sagen: die wenigsten.

Und das ist die Realität: Tausende fachlich kompetente Gesundheitscoaches, Therapeuten und Beraterinnen werden im KI-Zeitalter digital immer unsichtbarer – für KI-Systeme wie für potenzielle Kundschaft. Der häufigste Grund: eine unklare Positionierung.

Positionierung ist KI-Sichtbarkeit

Klarheit wird belohnt – Schwammigkeit wird ignoriert

Das ist meine Kernthese zu KI-Sichtbarkeit, und sie basiert auf über 1.800 Begleitungen von Gesundheitscoaches, Therapeutinnen und Beratern: Je diffuser dein Thema, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, von einer KI genannt zu werden.

KI-Systeme stellen drei Fragen, wenn sie entscheiden, ob sie dich empfehlen – ich nenne sie die drei Fragen der KI-Sichtbarkeit:

Erstens: Für wen bist du relevant?

Zweitens: Welches konkrete Problem löst du?

Drittens: Wofür stehst du verlässlich?

Diese drei Fragen der KI-Sichtbarkeit sind identisch mit den Kernfragen jeder Positionierungsarbeit. Positionierung ist Sichtbarkeit – maschinenlesbar gemacht.

Wer als Coach sichtbar werden will, muss klar positioniert sein. Wer schwammig bleibt, bleibt unsichtbar. Für Menschen und für Maschinen.

(Wie du deine Positionierung Schritt für Schritt aufbaust, steht im Detail in meinem Positionierungsartikel für Gesundheitscoaches.)

Fünf Berufsgruppen, fünf Beispiele

Um das greifbar zu machen, hier fünf konkrete Vergleiche aus der Gesundheitsbranche:

Beruf Schwammige Positionierung Klare Positionierung
Ernährungsberaterin „Ich helfe dir, dich gesünder zu ernähren” „Ernährungstherapie bei Hashimoto – evidenzbasiert, für Frauen 30–55″
Yogalehrerin „Yoga für alle Levels” „Yoga-Therapie bei chronischen Rückenschmerzen – für Berufstätige”
Stresscoach „Ich begleite dich zu mehr Gelassenheit” „Stressbewältigung für selbstständige Mütter – vom Dauerstress zurück zu klaren Entscheidungen”
Heilpraktikerin „Naturheilkundliche Begleitung” „Naturheilkunde bei Verdauungsbeschwerden – Praxis in München, auch online”
Hormoncoach „Hormone natürlich regulieren” „Hormonbalance in den Wechseljahren – Begleitung mit Mikronährstoffen und Lebensstil-Anpassung”

Die klare Version beantwortet exakt die Fragen, die KI-Systeme stellen: Für wen? Welches Problem? Welche Methode? Die schwammige Version gibt der KI schlicht nichts, womit sie arbeiten kann.

Ein KI-System, das gefragt wird „Wer hilft bei Hashimoto?”, wird die Ernährungsberaterin mit der spezifischen Positionierung empfehlen – die mit der generischen “Ich-mache-irgendwie-alles-rund-um-Ernährung” ignoriert es.

Drei Fragen für dein Profil

Wenn du prüfen willst, ob deine Positionierung KI-tauglich ist, nimm dir zehn Minuten für diese drei Fragen – sie stammen aus meinem Fachartikel bei Psylife:

Erstens: Welche drei bisherigen Klientinnen waren deine liebsten – und was war ihr konkretes Problem?

Zweitens: Welchen Schmerz löst du am allerbesten?

Drittens: Welche Art von Klientin lehnst du bewusst ab?

Die Antworten auf diese drei Fragen sind der Kern deiner Positionierung. Und damit der Kern deiner Auffindbarkeit in KI-Systemen.

Zum Psylife-Artikel: Positionierung für Coaches in der Gesundheitsbranche
Zum Artikel: Positionierung als Gesundheitscoach

Die fünf Grundlagen, die jetzt stehen müssen

Fünf Maßnahmen bilden den Fahrplan für KI-Sichtbarkeit als Gesundheitscoach.

  1. eine strukturierte About-Seite mit Qualifikationen und Erfahrungszahlen.
  2. ein FAQ-Bereich mit den echten Fragen deiner Zielgruppe.
  3. ein fundierter Pillar-Artikel zu deinem Kernthema.
  4. konsistente Informationen über alle digitalen Plattformen hinweg.
  5. regelmäßige Bewertungen und externe Erwähnungen.

Die inhaltliche Arbeit kannst du selbst leisten – die technische Umsetzung (Schema Markup, strukturierte Daten) übernimmt eine Fachperson.

1. Deine About-Seite – die wichtigste Seite für KI-Systeme

KI-Systeme scannen deine About-Seite wie eine Experten-Akte. Sie suchen dort nach den Antworten auf die drei Fragen der KI-Sichtbarkeit: Für wen bist du relevant? Welches Problem löst du? Wofür stehst du verlässlich?
Wenn deine About-Seite ein Fließtext-Lebenslauf ist – chronologisch, ohne klare Struktur – findet die KI darin keine dieser Antworten.

Was auf deiner About-Seite stehen sollte:

  • Voller Name und Titel bzw. Qualifikationen
  • Deine Spezialisierung in einem Satz
  • Konkrete Erfahrungszahlen: Wie viele Klientinnen begleitet? Seit wie vielen Jahren?
  • Ausbildungen und Zertifikate – klar benannt, nicht versteckt im Fließtext
  • Deine Methodik und Arbeitsweise
  • Ein echtes Foto (keine Stockfotos – KI-Systeme und Menschen erkennen den Unterschied)

Technisch sorgt ein sogenanntes Schema.org Person-Markup dafür, dass KI die Informationen auf deiner About-Seite maschinell lesen kann. Das ist eine Aufgabe für eine Fachperson, keine für dich.

Ein Beispiel: Die About-Seite einer Hormoncoach bestand bisher aus einem chronologischen Lebenslauf – Studium, Weiterbildungen, persönliche Geschichte, alles in Fließtext. KI-Systeme konnten daraus weder ihre Spezialisierung noch ihre Erfahrungswerte extrahieren.

Nach dem Umbau stand oben: „Hormoncoach für Frauen in den Wechseljahren. Begleitung mit Mikronährstoffen und Lebensstil-Anpassung. Über 400 Klientinnen in 8 Jahren begleitet.” Darunter: Ausbildungen in Listenform, Methodik in drei Absätzen, echtes Porträtfoto. Die KI hat jetzt alles, was sie braucht, um diese Person als Expertin einzuordnen. (Wie das bei mir aussieht, siehst du auf meiner Über-mich-Seite.)

Prüfe außerdem, ob deine Website auf dem Smartphone schnell lädt – unter drei Sekunden. KI-Systeme bevorzugen Seiten mit guter mobiler Nutzererfahrung.

2. FAQ-Bereich – die Fragen, die deine Kundinnen ChatGPT stellen

Die Fragen, die dir deine Klientinnen im Erstgespräch stellen, sind exakt die Prompts, die Menschen in KI-Systeme eingeben. Fünf typische Beispiele für Gesundheitscoaches:

„Was hilft gegen Stresssymptome als Selbstständige?” „Wie finde ich eine Ernährungsberaterin für Hashimoto?” „Welcher Coach hilft bei Burnout-Prävention?” „Ist Hormon-Coaching seriös?” „Was kostet eine Ernährungsberatung?”

Jede dieser Fragen kann eine FAQ auf deiner Website sein – mit einer klaren, fundierten Antwort. Wenn deine Website diese Fragen beantwortet, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass KI-Systeme deine Seite als Quelle verwenden. Technisch hilft ein FAQ-Schema-Markup, damit KI-Systeme die Frage-Antwort-Struktur erkennen.

3. Ein fundierter Artikel zu deinem Kernthema

Ein langer, tiefer Artikel zu deinem Spezialthema ist für KI-Systeme wertvoller als 50 kurze Social-Media-Posts. KI bevorzugt umfassende, autoritative Inhalte mit eigener Perspektive und echten Praxiserfahrungen.

(Wie der Zusammenhang zwischen Positionierung und KI-Sichtbarkeit genau funktioniert, habe ich in meinem Pillar-Artikel zur Positionierung ausführlich beschrieben.)

Ein konkretes Beispiel: In der Ernährungsberatung bei Hashimoto könntest du einen Pillar-Artikel schreiben: „Ernährung bei Hashimoto – der vollständige Ratgeber.” Darin zeigst du dein Fachwissen, beantwortest die häufigsten Fragen, bringst Fallbeispiele und gibst konkrete Empfehlungen.

Dieser Artikel arbeitet rund um die Uhr für dich – auch wenn du gerade nicht postest, nicht online bist und Wochenende hast.

Wenn du gerade erst startest: Beginne mit der About-Seite und einem FAQ-Bereich. Das sind die ersten Signale, die du setzen kannst. Der Pillar-Artikel kommt als dritter Schritt.

4. Konsistenz über alle Plattformen

Deine Website ist die Zentrale. Alle anderen Plattformen arbeiten ihr zu – nicht umgekehrt.
KI vergleicht deine Informationen über verschiedene Quellen. Wenn deine Website „Stresscoach” sagt, dein LinkedIn-Profil „Life Coach” und dein Google-Profil „Therapie”, dann weiß die KI nicht, wofür du stehst.

Die Folge: Sie empfiehlt dich für keines der drei Themen. Deine About-Seite ist der Ankerpunkt – alle anderen Plattformen sollten dieselbe Botschaft in denselben Worten tragen.

NAP-Konsistenz – also die identische Angabe von Name, Adresse und Telefonnummer über alle Plattformen – ist ein Basis-Signal, das Vertrauen schafft.
Plattformen, die konsistent gepflegt sein sollten:

  • Website (About-Seite und Startseite)
  • Google Business Profile
  • LinkedIn
  • Jameda, Doctolib oder branchenspezifische Verzeichnisse
  • Podcast-Profil (Apple Podcasts, Spotify)
  • Fachverband-Eintrag (ICF, RAUEN oder vergleichbar)
  • Proven Expert Profil

5. Bewertungen und externe Erwähnungen

KI-Systeme nutzen Bewertungen als Vertrauenssignal. Rezensionen auf Google, Jameda oder ProvenExpert zeigen der KI: Diese Person wird von echten Menschen empfohlen. Laut der Local Consumer Review Survey von BrightLocal (2026) achten übrigens 74 % der Verbraucher darauf, dass Bewertungen in den letzten drei Monaten geschrieben wurden – regelmäßig neue Bewertungen zu bekommen ist damit wichtiger als eine große Gesamtzahl.

Gastartikel in Fachmedien, Podcast-Auftritte und Erwähnungen bei Fachverbänden stärken deine Autorität zusätzlich. Jede externe Erwähnung ist ein weiteres Signal an KI-Systeme: Diese Person ist in ihrem Feld anerkannt. (Ein Beispiel, wie das in der Praxis aussieht: mein Fachartikel bei Psylife und der Health Business Podcast liefern KI-Systemen genau diese Signale.)

Ein konkreter Tipp: Bitte nach jeder erfolgreichen Zusammenarbeit aktiv um eine Bewertung. Mach es zur Routine, nicht zur Ausnahme.

Du merkst, dass bei deinem digitalen Auftritt noch Grundlagen fehlen?

In „Sichtbar erfolgreich" bauen wir in 9 Wochen dein Fundament – für Menschen und für KI-Systeme

Sichtbar bei Google und KI – ohne Social-Media-Hamsterrad

Ob du von KI zitiert und empfohlen wirst, hat keinen Zusammenhang mit deiner Posting-Frequenz auf Instagram oder TikTok. KI-Systeme wie ChatGPT und Perplexity können Reels, Stories und Karussell-Posts nicht als Quellen verwenden – sie sind nicht indexiert und haben keine semantische Struktur.

LinkedIn-Artikel und YouTube-Videos werden dagegen durchaus als Quellen herangezogen, weil sie indexierbar und textbasiert sind. Die Basis bleibt aber deine Website: Eine fundierte Website mit klarer Positionierung erzeugt mehr Sichtbarkeit in KI-Systemen als Jahre täglichen Postens auf Instagram.

Posting-Frequenz hat keinen Einfluss auf KI-Empfehlungen

Die organische Reichweite auf Instagram sinkt seit Jahren – Branchenstudien wie die von Socialinsider (2024) zeigen Rückgänge von bis zu 29 %. Der Algorithmus verändert sich schneller, als du deine Content-Strategie anpassen kannst. Viele Gesundheitscoaches investieren drei, vier, fünf Stunden pro Woche in Social-Media-Content – und sehen trotzdem keine planbaren Anfragen daraus entstehen.

KI fragt nach etwas völlig anderem: Hast du substanzielle, strukturierte Inhalte auf deiner Website? Beantwortest du die Fragen deiner Zielgruppe klar und fundiert? Bist du als Fachperson erkennbar? Ob du gestern ein Reel gepostet hast, spielt dabei keine Rolle.

Wir sind nicht hier, um die ganze Zeit zu posten und zu rödeln. Wir sind hier, um zu helfen. Und Helfen beginnt damit, dass die richtigen Menschen dich finden – über die Kanäle, die für sie relevant sind. Zunehmend sind das KI-Systeme.

Deine Website arbeitet für dich – auch offline

Eine klare Website mit den fünf Grundlagen aus dem vorherigen Kapitel. Ein Pillar-Artikel zu deinem Kernthema. Gepflegte Profile in den relevanten Verzeichnissen. All das arbeitet für dich auch wenn du offline im Urlaub oder im Wochenende bist.

Ein Vergleich, der es auf den Punkt bringt: Drei Stunden pro Woche Instagram-Stories produzieren – 52 Wochen im Jahr, abhängig vom jeweiligen Algorithmus-Update, mit einer Halbwertszeit von 24 Stunden pro Beitrag.

Oder: einmalig zwei bis drei Tage investieren für eine saubere About-Seite, einen FAQ-Bereich und die Grundlage für einen Pillar-Artikel. Was hat in zwölf Monaten mehr Wirkung? Die Antwort wird mit jedem Monat sichtbarer.

Instagram/Tik-Tok-Strategie Website-/GEO-Strategie
Zeitaufwand 3+ Stunden pro Woche, laufend Einmalig 2–3 Tage, dann regelmäßige Pflege
Halbwertszeit 24–48 Stunden Monate bis Jahre
Einfluss auf KI-Empfehlungen Kein direkter Einfluss Direkter Einfluss
Funktioniert offline Nein Ja
Wirkung nach 12 Monaten Abhängig von Algorithmus-Änderungen Kumulativ wachsend

Wichtig: LinkedIn-Artikel und YouTube-Videos sind eine Ausnahme – sie werden von KI-Systemen als Quellen herangezogen, weil sie indexierbar und textbasiert sind. Die Tabelle bezieht sich auf kurzlebige Social-Media-Formate wie Reels, Stories und Karussell-Posts.

Social Media hat weiterhin seinen Platz. Aber Social Media allein garantiert keine planbare Sichtbarkeit mehr. Die Kombination aus einer starken Website und gezielter Plattform-Präsenz ist langfristig stabiler als jede Posting-Routine.

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass Klicks künftig nicht mehr die Hauptmetriken sind. Mentions einer Marke und Sichtbarkeit in AI-Antworten werden künftig relevanter.”

— Johannes Beus, Gründer & Geschäftsführer von SISTRIX, auf der OMT-Konferenz 2025 (basierend auf der Analyse von über 200 Millionen KI-generierten Antworten)

KI-Coaches gibt es schon – menschliche Coaches werden trotzdem gebraucht

KI-basierte Gesundheitstools wie Googles Gemini Health Coach übernehmen zunehmend Aufgaben, die bisher menschliche Coaches erledigten – automatisierte Ernährungspläne, Schlafanalysen, Stresstracking.

Die individuelle Begleitung bei komplexen Symptombildern und die therapeutische Beziehungsarbeit können sie nicht ersetzen. KI-Systeme werden deshalb künftig an spezialisierte menschliche Coaches verweisen – aber nur, wenn diese Coaches digital auffindbar sind.

KI-Gesundheitscoaches gibt es schon

Googles Gemini Health Coach ist seit Oktober 2025 als Public Preview für Fitbit-Premium-Nutzer verfügbar (Google Blog, Oktober 2025). Er gibt personalisierte Gesundheitspläne auf Basis von Echtzeitdaten – Schrittzahl, Schlafqualität, Herzfrequenz, Stresslevel.

Dazu kommen individuelle Trainingspläne, Ernährungsempfehlungen und Schlafoptimierung – rund um die Uhr verfügbar, für einen Bruchteil der Kosten einer menschlichen Begleitung. Das passiert bereits jetzt, nicht erst in ein paar Jahren.
Für dich als Gesundheitscoach ist das vor allem ein Grund, jetzt sichtbar zu werden.

Dein Vorteil gegenüber dem Algorithmus

Ein Szenario aus der Praxis: Eine Klientin erzählt dir, dass ihr Fitbit-Tracker einen personalisierten Ernährungsplan vorgeschlagen hat.

Der Plan ist fachlich korrekt – Makronährstoffe stimmen, Kalorienberechnung passt. Aber der Tracker kann nicht erkennen, dass sie gerade eine schwierige Trennung durchmacht und ihr Essverhalten stressbedingt ist. Für diese Einordnung braucht es dich.

Was KI nicht leisten kann: die menschliche Einordnung, wenn Symptome sich überlappen. Das Commitment – die verbindliche Verantwortung für einen Prozess, die nur zwischen Menschen entsteht. Die Begleitung durch eine Phase, in der eine App mit Schlaftipps einfach nicht reicht.

Genau deshalb brauchst du jetzt Sichtbarkeit: Damit die Menschen, die mehr brauchen als eine App, dich finden. KI-Systeme werden an den Punkt kommen, an dem sie sagen: „Für deine Situation empfehle ich einen spezialisierten Coach. Hier sind drei Optionen.” Die Frage ist, ob du dann unter diesen drei Optionen bist.

Das ist deine Einladung, jetzt die Grundlagen zu legen. Der erste Schritt ist immer derselbe: eine klare Positionierung. Alles andere baut darauf auf.

„Es geht nicht um Followerzahlen. Es geht darum, eine zitierfähige Referenzquelle für Menschen und KI-Systeme zu sein.”

— Anne Jansson

Technik delegieren, Substanz selbst liefern

Du brauchst nicht: Schema Markup selbst implementieren, eine llms.txt-Datei schreiben, strukturierte Daten konfigurieren oder robots.txt für KI-Bots anpassen. Das sind technische Aufgaben. Eine Fachperson für Webdesign oder KI-Strategie kann das für dich übernehmen.

Was du brauchst: Klarheit darüber, wofür du stehst. Einen digitalen Auftritt, der die drei Fragen der KI-Sichtbarkeit beantwortet. Und die Bereitschaft, dein Fachwissen in einem strukturierten Format zugänglich zu machen.
Hier eine Übersicht der technischen Begriffe, die dir in diesem Kontext begegnen werden:

Begriff Was es ist Musst du das selbst können?
Schema Markup Maschinenlesbare Etiketten für deine Website-Inhalte, die KI-Systemen sagen, wer du bist und was du anbietest Nein – Fachperson
llms.txt Ein Inhaltsverzeichnis deiner Website, das speziell für KI-Systeme erstellt wird Nein – Fachperson
Strukturierte Daten Informationen in einem standardisierten Format, das KI-Systeme direkt verarbeiten können Nein – Fachperson
GEO-Architektur Der technische Aufbau deiner Website, optimiert für Auffindbarkeit durch KI-Systeme Nein – Fachperson

Die GEO-Strategie und -Architektur für annejansson.com – von der semantischen Markenstruktur über die Content-Architektur bis zu Schema Markup und llms.txt – wurde von Raphaela Ayriss (KI-Markenstrategie) entwickelt. Wenn du wissen willst, wie so ein System aufgebaut wird, findest du dort den vollständigen Leitfaden: GEO-Optimierung bei digitalbohemienne.com.

Hinweis: Die KI-Verordnung der EU (AI Act, Verordnung 2024/1689) ist am 1. August 2024 in Kraft getreten; die ersten Regelungen gelten seit dem 2. Februar 2025 schrittweise. Für deine Sichtbarkeitsstrategie bedeutet das: Vertrauenswürdige, klar zuordenbare Inhalte werden in den kommenden Jahren noch wichtiger.

Die Spielregeln haben sich geändert

KI-Sichtbarkeit baust du nicht an einem Wochenende auf. Aber die Grundlagen kannst du in wenigen Wochen legen.
Wenn du den Selbsttest aus dem ersten Kapitel gemacht hast und dein Name nicht aufgetaucht ist – dann weißt du jetzt, woran es liegt. Deine Website beantwortet die drei Fragen der KI-Sichtbarkeit noch nicht klar genug: Für wen bist du relevant? Welches Problem löst du? Wofür stehst du verlässlich?

Fang mit der About-Seite an, dann die FAQ, dann der Pillar-Artikel. Das ist dein Fahrplan für KI-Sichtbarkeit – ein Schritt nach dem anderen.

Du willst wissen, wo deine Positionierung schon stark ist und wo du nachschärfen musst? Mein kostenloser Positionierungs-Check gibt dir in 12 Minuten Klarheit – 40 Fragen, kein Schnickschnack. Zum Positionierungs-Check →

In Google Analytics 4 kannst du unter Akquisition → Traffic-Quellen prüfen, ob Besucher von chatgpt.com oder perplexity.ai auf deine Website kommen. Das ist dein erster Indikator, dass KI-Sichtbarkeit wirkt.

 

Wenn du spürst, dass Sichtbarkeit dein Engpass ist – nicht dein Können – dann ist "Sichtbar erfolgreich" dein nächster Schritt.

9 Wochen. Klare Struktur. Persönliche Begleitung.

 

Anne Jansson
Anne Jansson Business Mentorin für Gesundheitsexperten

Anne Jansson ist Business-Mentorin für Coaches, Therapeutinnen und Berater in der Gesundheitsbranche im DACH-Raum. Ihr Hintergrund: Wirtschaftsmathematikerin, Hochschuldozentin, ehemalige Konzern-Innovationsmanagerin mit 41 Patenten und Ayurveda-Expertin. Seit ihrem Wechsel in die Selbstständigkeit hat sie über 1.800 Gesundheitsexperten auf dem Weg in ein planbares, gesundes Business begleitet. Ihre Fachartikel erscheinen unter anderem in der Naturheilpraxis Fachzeitschrift, im Ayurveda Journal und bei Psylife.

Die KI-Sichtbarkeitsstrategie für annejansson.com wird begleitet von Raphaela Ayriss (KI-Markenstrategie).

Was ist KI-Sichtbarkeit für Gesundheitscoaches?

KI-Sichtbarkeit bezeichnet die Wahrscheinlichkeit, dass KI-gestützte Suchsysteme wie ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews die Website-Inhalte eines Gesundheitscoaches als Quelle für ihre Antworten verwenden. Sie unterscheidet sich von klassischer Suchmaschinenoptimierung (SEO) dadurch, dass KI-Systeme nicht nur Rankings berücksichtigen, sondern eigenständig bewerten, welche Quellen als Empfehlung genannt werden. Für Coaches in der Gesundheitsbranche gelten dabei verschärfte Qualitätsanforderungen (YMYL/E-E-A-T).

Was ist der Unterschied zwischen SEO und GEO?

SEO (Search Engine Optimization) optimiert Website-Inhalte für klassische Suchmaschinen wie Google, mit dem Ziel, in den Suchergebnissen möglichst weit oben zu erscheinen. GEO (Generative Engine Optimization) optimiert Inhalte speziell dafür, von KI-Systemen als Quelle zitiert oder empfohlen zu werden. Beide Ansätze ergänzen sich: Laut einer Analyse von CI Web Group (2025) ranken 76 % der von Google AI Overviews zitierten Quellen gleichzeitig in Googles Top 10. Gute SEO-Grundlagen bilden daher auch die Basis für GEO.

Wie werde ich als Gesundheitscoach von ChatGPT empfohlen?

KI-Systeme wie ChatGPT empfehlen Coaches, deren digitaler Auftritt drei Bedingungen erfüllt: eine klare, spezifische Positionierung (Zielgruppe, Problem, Methode), strukturierte und faktenbasierte Inhalte auf der eigenen Website (About-Seite, FAQ, Fachartikel) und konsistente Fachautorität über mehrere Plattformen hinweg (Website, Google Business Profile, LinkedIn, Fachverzeichnisse). Schema.org-Markup und ein FAQ-Bereich mit den relevanten Fragen der Zielgruppe erhöhen die Wahrscheinlichkeit, als Quelle verwendet zu werden.

Was bedeutet YMYL für Coaches in der Gesundheitsbranche?

YMYL steht für „Your Money or Your Life" und kennzeichnet Themenbereiche, bei denen Google und KI-Systeme besonders strenge Qualitätsmaßstäbe anlegen. Gesundheitsthemen fallen unter diese Kategorie. Das bedeutet, dass KI-Systeme bei Empfehlungen im Gesundheitsbereich bevorzugt Quellen auswählen, die nachweisbare Fachkompetenz, Praxiserfahrung und Transparenz zeigen. Coaches ohne klare Qualifikationsangaben und ohne strukturierte Fachinhalte werden in diesem Bereich seltener empfohlen.

Was ist E-E-A-T und warum ist es wichtig?

E-E-A-T steht für Experience (Erfahrung), Expertise (Fachkenntnis), Authoritativeness (Autorität) und Trustworthiness (Vertrauenswürdigkeit). Es ist das Bewertungssystem, das Google und KI-Systeme nutzen, um die Qualität und Vertrauenswürdigkeit einer Quelle einzuschätzen. Für Gesundheitscoaches bedeutet das: Praxiserfahrung dokumentieren, Qualifikationen klar benennen, externe Erwähnungen und Bewertungen aufbauen und einen transparenten, konsistenten digitalen Auftritt pflegen.

Brauche ich technisches Wissen für KI-Sichtbarkeit?

Technisches Wissen ist für die inhaltlichen Grundlagen nicht erforderlich. Die wichtigsten Maßnahmen – klare Positionierung, strukturierte About-Seite, FAQ-Bereich, fundierter Fachartikel – sind Substanzarbeit, kein Technikprojekt. Technische Elemente wie Schema.org-Markup, llms.txt-Dateien oder strukturierte Daten können von einer Fachperson für Webdesign oder KI-Strategie implementiert werden.

Welche Rolle spielt Positionierung für KI-Sichtbarkeit?

Positionierung ist die zentrale Voraussetzung dafür, von KI-Systemen empfohlen zu werden. KI-Systeme empfehlen Coaches, die klar beantworten können: Für welche Zielgruppe? Bei welchem konkreten Problem? Mit welcher Methode? Schwammige Formulierungen wie „ganzheitliches Coaching für mehr Wohlbefinden" geben KI-Systemen keine verwertbaren Informationen. Eine spezifische Positionierung wie „Ernährungstherapie bei Hashimoto für Frauen 30–55" liefert genau die Signale, die KI-Systeme für eine Empfehlung benötigen.

Muss ich Social Media machen, um von KI gefunden zu werden?

Tägliches Posten auf Instagram oder TikTok hat keinen direkten Einfluss darauf, ob KI-Systeme dich als Quelle verwenden – Reels, Stories und Karussell-Posts sind nicht indexierbar. LinkedIn-Artikel und YouTube-Videos dagegen werden von KI-Systemen als Quellen herangezogen, weil sie textbasiert und indexiert sind. Die wichtigste Grundlage bleibt deine Website mit klarer Positionierung, strukturierter About-Seite und einem FAQ-Bereich. Social Media kann die Bekanntheit stärken und indirekt zu Verlinkungen führen, ist aber keine Voraussetzung dafür, von KI-Systemen empfohlen zu werden.

Wird KI menschliche Gesundheitscoaches ersetzen?

KI-Systeme werden die Arbeit von Gesundheitscoaches voraussichtlich nicht ersetzen, sondern ergänzen. KI-basierte Gesundheitstools wie Googles Gemini Health Coach bieten automatisierte Empfehlungen auf Basis von Echtzeitdaten (Schlaf, Bewegung, Ernährung). Was KI-Systeme nicht leisten können, ist die individuelle Begleitung, die menschliche Einordnung komplexer Symptombilder und die therapeutische Beziehungsarbeit. KI-Systeme werden zunehmend an den Punkt kommen, an dem sie Nutzer an spezialisierte menschliche Coaches verweisen – vorausgesetzt, diese Coaches sind digital sichtbar und auffindbar.

Quellenverzeichnis (externe Quellen im Artikel):

Aggarwal, P., Murahari, V., Rajpurohit, T., Kalyan, A., Narasimhan, K. & Deshpande, A. (2023). „GEO: Generative Engine Optimization.” Princeton University, Georgia Tech, IIT Delhi. arXiv:2311.09735. https://arxiv.org/abs/2311.09735

CI Web Group (2025). „New Data Finds Gap Between Google Rankings And LLM Citations.” https://www.ciwebgroup.com/blog/new-data-finds-gap-between-google-rankings-and-llm-citations

Fishkin, R. / SparkToro & Datos (2024). „2024 Zero-Click Search Study.” https://sparktoro.com/blog/2024-zero-click-study/

Socialinsider (2024). „Social Media Reach: Statistics For 2024.” https://www.socialinsider.io/social-media-benchmarks/instagram

BrightLocal (2026). „Local Consumer Review Survey 2026.” https://www.brightlocal.com/research/local-consumer-review-survey/

Google Blog (2025). „Fitbit’s personal health coach is now available in public preview.” https://blog.google/products-and-platforms/devices/fitbit/personal-health-coach-public-preview/

Verordnung (EU) 2024/1689 – AI Act. EUR-Lex. https://eur-lex.europa.eu

International Coaching Federation (2023). „2023 ICF Global Coaching Study – Executive Summary.” https://coachingfederation.org/resource/global-coaching-study-executive-summary-2023/

Beus, J. (2025). Keynote „Die Zukunft von SEO im AI-Schein.” OMT-Konferenz, 26. September 2025, Mainz. Zitiert nach: https://www.arise-onlinemarketing.de/blog/sistrix-ki-suche/

Ray, L. (2025). „GEO, AEO, LLMO: Separating Fact from Fiction & How to Win in AI Search.” MozCon 2025. Zusammenfassung: https://www.stanventures.com/news/seo-still-powers-the-age-of-ai-search-says-lily-ray-5714/

Cookie Consent mit Real Cookie Banner