Über mich Seite für Coaches und Therapeutinnen: was wirklich drauf muss

von | 30. August 2026

Eine Über-mich-Seite braucht vier Bestandteile: wer du bist und was du machst, wofür du fachlich zuständig bist, woran man das überprüfen kann, und was die Leserin als Nächstes tun soll. Fehlt einer davon, kann weder ein Mensch noch ein Suchsystem einordnen, wofür du die richtige Ansprechpartnerin bist.

In der Arbeit mit Coaches, Therapeutinnen und Gesundheitsexpertinnen sehe ich zwei Fassungen dieser Seite immer wieder. Die eine erzählt eine Geschichte über den eigenen Weg und sagt am Ende in einem Halbsatz, was die Frau anbietet. Die andere listet Ausbildungen untereinander und hört danach auf.

Beide entstehen aus demselben Satz: Ich weiß nicht, was ich über mich schreiben soll. Die eine Frau löst ihn mit Erzählen, die andere mit Aufzählen.

Beide Fassungen scheitern an derselben Stelle, und es ist nicht die, die man vermutet. In Gesundheitsberufen wiegt das schwerer als anderswo, weil Google an diese Themen die höchsten Prüfmaßstäbe anlegt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Über-mich-Seite einer Gesundheitsexpertin hat zwei Leser: den Menschen, der Vertrauen sucht, und das System, das eine Person mit einem Fachgebiet verknüpfen muss.
  • Vier Bestandteile gehören auf jede Über-mich-Seite: Person und Angebot, Fachgebiet, Belege, nächster Schritt. Die Absätze müssen nicht in dieser Reihenfolge stehen, aber Person und Fachgebiet gehören ins obere Drittel.
  • Eine reine Geschichte liefert keine überprüfbare Angabe. Eine reine Ausbildungsliste liefert keinen Grund, dich zu wählen. Beide Teile gehören zusammen.
  • Wer mehrere Ausbildungen hat, nennt vorn die, die zum aktuellen Angebot gehört. Die übrigen stehen weiter unten als Beleg der Breite.
  • In Gesundheitsberufen legt Google die Messlatte am höchsten an. Belege dich über Qualifikation, Vorgehen und fremde Stimmen, nicht über Wirkungsaussagen.

Was gehört auf eine Über-mich-Seite?

Vier Bestandteile, in dieser Rangfolge. Sie gelten für Coaches, Therapeutinnen und Gesundheitsexpertinnen gleichermaßen, unabhängig davon, ob du vor Ort oder online arbeitest. Rangfolge heißt: nach Wichtigkeit, nicht zwingend nach Absatzreihenfolge. Wie sich das auf einer fertigen Seite ausgeht, siehst du weiter unten am Beispiel.

Erstens: wer du bist und was du machst. Name, Rolle, Angebot, im oberen Drittel der Seite. Nicht nach der Kindheitsgeschichte, nicht erst im fünften Absatz. Wer die Seite öffnet, will in wenigen Sekunden wissen, ob sie hier richtig ist.

Zweitens: dein Fachgebiet. Also nicht „Coaching” oder „ganzheitliche Begleitung”, sondern das benannte Thema, mit dem Menschen zu dir kommen. Schlafprobleme in den Wechseljahren. Ernährung bei Reizdarm. Wiedereinstieg nach Erschöpfung.

Das gehört auch in den Seitentitel, also in die Zeile, die im Browser-Tab und in den Suchergebnissen steht. „Über mich” allein sagt weder einem Menschen noch einer Suchmaschine, worum es hier geht. „Über mich: Ernährungsberatung bei Reizdarm” schon. Google empfiehlt in seinen Search Essentials ausdrücklich, die Begriffe, nach denen Menschen suchen, an prominenten Stellen wie Seitentitel und Hauptüberschrift zu platzieren.

Drittens: woran man das überprüfen kann. Ausbildungen, Berufserfahrung, Jahre in dem Feld, Zusammenarbeit mit Einrichtungen, Vorträge, Veröffentlichungen, Bewertungen. Alles, was jemand anders bestätigen könnte.

Viertens: der nächste Schritt. Eine Handlung, nicht drei. Termin, Erstgespräch, Anmeldung zu deinem kostenlosen Angebot.

Dazwischen kommt deine Geschichte. Sie ersetzt nichts, sie erklärt, warum du ausgerechnet dieses Thema bearbeitest. Sie darf durchaus den Einstieg bilden, wenn sie kurz bleibt und direkt in dein Fachgebiet führt. Dein Werdegang ist dabei das Bindeglied zwischen beidem: Er zeigt, wie aus deinem Weg dein Fachgebiet wurde.

Aufbau einer Über-mich-Seite in vier BestandteilenSchema in vier Rängen: 1. Person und Angebot, 2. Fachgebiet, 3. Belege, 4. nächster Schritt. Rechts danebengestellt, was ein Suchsystem an der jeweiligen Stelle erkennt.Aufbau einer Über-mich-SeiteVier Bestandteile nach Rangfolge — und was ein Suchsystem daraus liestWAS AUF DIE SEITE GEHÖRTWAS DAS SYSTEM LIEST1Person und AngebotName, Rolle, ein Satz zum Angebotin den ersten drei Zeilen.Auch im Seitentitel.Wer ist diese Person?Vollständiger Name,ausgeschrieben2FachgebietDas benannte Thema, mit demMenschen zu dir kommen.Nicht „ganzheitliche Begleitung“.Wofür ist sie zuständig?Thema in Überschriftund Text3BelegeAusbildungen, Berufserfahrung,Veröffentlichungen, Bewertungen,Verlinkung zu Profilen.Dazwischen: dein Werdegang.Stimmt das?Überprüfbare Angaben,Spuren an anderen Orten4Nächster SchrittEine Handlung, nicht drei.Termin, Erstgespräch, Anmeldung.Was soll passieren?Eindeutiges ZielFehlt ein Bestandteil,kann weder ein Mensch noch ein Suchsystem einordnen,wofür du die richtige Ansprechpartnerin bist.

Die vier Bestandteile und ihre Rangfolge. Rechts steht, was ein Suchsystem an der jeweiligen Stelle liest.

Diese Reihenfolge deckt sich mit dem, was die Nutzerforschung zu Über-uns-Seiten seit Jahren zeigt: Besucher suchen dort zuerst nach Zweck und Zuständigkeit, nicht nach Erzählung. Das Nielsen Norman Group hat allein für diesen Seitentyp 85 Gestaltungsempfehlungen aus eigenen Nutzertests abgeleitet.

Startseite oder Über-mich-Seite?

Die beiden Seiten haben verschiedene Aufgaben. Die Startseite beantwortet: Bin ich hier richtig? Die Über-mich-Seite beantwortet: Kann diese Frau das, und will ich mit ihr arbeiten?

Deshalb steht das Angebot mit allen Details auf der Angebotsseite, und auf der Über-mich-Seite steht die Person dahinter. Ein Satz zum Angebot gehört trotzdem nach oben, sonst muss die Leserin raten.


Deine Über-mich-Seite hat zwei Leser

Der erste Leser ist ein Mensch, der Vertrauen sucht. Der zweite ist ein System, das eine Person mit einem Fachgebiet verknüpfen muss, damit es sie überhaupt vorschlagen kann.

Das ist der Teil, der in den meisten Anleitungen fehlt. Sie sind aus einer Zeit, in der nur Menschen die Seite gelesen haben, und sie sind selten für Gesundheitsberufe geschrieben.

Heute läuft ein Teil der Suche über Systeme, die keine Ergebnisliste ausspielen, sondern eine Antwort formulieren. Wer in dieser Antwort vorkommen will, muss für die Maschine eine eindeutige Person mit einem eindeutigen Thema sein.

Lange galt: Wer gut rankt, wird auch zitiert. Das gilt so nicht mehr. Im Juli 2025 standen noch 76 Prozent der in Googles KI-Antworten zitierten Seiten parallel in den klassischen Top 10, im Januar 2026 waren es 38 Prozent (ALM Corp, 2026). Fast die Hälfte der zitierten Inhalte stammt von Seiten unterhalb von Platz fünf.

Für dich ist das die bessere Nachricht. Ein guter Platz in der Trefferliste ist keine Eintrittskarte mehr, und ein schlechter ist kein Ausschlusskriterium. Was zählt, ist, ob ein System dich eindeutig zuordnen und eine einzelne Passage deiner Seite als Antwort übernehmen kann.

Dafür braucht das System vier Zuordnungen, und es sind fast dieselben vier Bestandteile:

Was das System sucht Woran es das erkennt Was passiert, wenn es fehlt
Wer ist diese Person? Vollständiger Name, ausgeschrieben, auf der Seite selbst Die Seite gehört zu keiner Person und wird keiner zugerechnet
Wofür ist sie zuständig? Ein benanntes Fachgebiet in Überschrift und Text Sie wird bei keiner Fachfrage vorgeschlagen
Stimmt das? Ausbildungen, Erfahrungshintergrund, überprüfbare Angaben Die Angaben gelten als unbelegte Selbstauskunft
Wo taucht sie sonst auf? Verlinkte Profile, Verbände, Veröffentlichungen Es gibt nur eine Quelle, und die bist du selbst

Der Fachbegriff dafür lautet Entität, also eine Einheit aus Person, Rolle und Themen, die ein System als zusammengehörig speichert. Für dich heißt das nur: Dein Name und dein Thema müssen im selben Text stehen, mehrfach und ausgeschrieben.

Im Fachjargon heißen die Bewertungskriterien dahinter E-E-A-T, also Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Die Arbeit an Inhalten für KI-Antwortsysteme läuft unter Generative Engine Optimization. Beides sind Bezeichnungen für dieselbe Grundfrage: Woher weiß ein System, dass es dir bei diesem Thema glauben kann?

Google beschreibt das in seiner Anleitung für hilfreiche, verlässliche Inhalte mit drei Fragen: Wer hat das geschrieben, wie ist es entstanden, und warum. Die Über-mich-Seite ist der Ort, an dem du die erste dieser drei Fragen beantwortest, und zwar für deine gesamte Website.

Eine Seite ohne benanntes Fachgebiet ist für ein Antwortsystem eine Person ohne Zuständigkeit.

Dazu kommt eine technische Ebene, die maschinenlesbare Auszeichnung deiner Seite. Dabei wird im Hintergrund hinterlegt, wer die Person auf dieser Seite ist und wofür sie steht. Google hat für diese Autorenangaben eigene Empfehlungen veröffentlicht, unter anderem, dass Name und Funktion getrennt hinterlegt gehören und die Person auf ihre eigene Profilseite verweisen sollte. Das ist ein eigenes Thema, und ich habe es in meinem Artikel zur KI-Sichtbarkeit für Gesundheitscoaches ausführlicher beschrieben. Ohne die vier Angaben oben bringt es allerdings nichts, weil es nur auszeichnen kann, was auf der Seite tatsächlich steht.

Damit ist auch klar, warum die zwei Fehlformen scheitern. Die Geschichte liefert keine überprüfbare Angabe. Die Ausbildungsliste liefert kein Thema, sondern eine Aufzählung von Titeln.


Was bei Gesundheitsberufen anders ist

Für Coaches, Therapeutinnen und Gesundheitsexpertinnen gelten strengere Maßstäbe als für andere Selbstständige. Das ist keine Vermutung, das ist Googles erklärte Bewertungslogik.

Deine Themen liegen in der höchsten Prüfstufe

Google fasst Inhalte, die Gesundheit, Sicherheit oder finanzielle Stabilität beeinflussen können, unter dem Begriff YMYL zusammen, kurz für „Your Money or Your Life”. Je größer der mögliche Schaden durch eine falsche Information, desto höher legt Google die Qualitätslatte. Bei Gesundheitsthemen liegt sie am höchsten (taismo, 2026).

Für dich hat das eine unbequeme Folge: Ein gut geschriebener Text reicht in diesem Feld nicht. Fehlt der Nachweis der Fachkompetenz, bekommt eine Seite die niedrigste Qualitätsstufe, auch wenn sie professionell aussieht. Eine Website-Texterin darf mit Persönlichkeit überzeugen. Du musst zusätzlich belegen.

Damit wird die Über-mich-Seite in deiner Branche wichtiger als in jeder anderen. Sie ist der Ort, an dem die Qualifikation hinter allen anderen Seiten steht. Wenn du Fachartikel über Schlafstörungen schreibst, entscheidet sie mit darüber, wie diese Artikel bewertet werden.

Der Widerspruch, in dem du steckst

Google verlangt Belege für deine Kompetenz. Das Werberecht verbietet dir gleichzeitig, die Wirkung deiner Arbeit zu behaupten. Das ist der Grund, warum so viele Über-mich-Seiten in der Gesundheitsbranche zwischen zwei Extremen pendeln: entweder vage bis zur Bedeutungslosigkeit oder mit Aussagen, die rechtlich nicht haltbar sind.

Der Ausweg liegt in einer Verschiebung. Belege dich über drei Dinge, die alle erlaubt sind:

  • Deine Qualifikation. Abschluss, Anbieter, Jahr. Das ist eine Tatsache, keine Werbung.
  • Dein Vorgehen. Was in einer Sitzung passiert, wie lange eine Begleitung dauert, womit du arbeitest. Beschreibung statt Versprechen.
  • Fremde Stimmen. Bewertungen, Verbandsmitgliedschaften, Fachbeiträge, Empfehlungen. Was andere über dich sagen, darfst du zeigen, ohne es selbst zu behaupten.

Was du weglässt: alles, was ein Ergebnis in Aussicht stellt.

Belegen ohne Wirkungsaussagen: drei erlaubte Wege für GesundheitsberufeOben zwei gegenläufige Anforderungen: Google verlangt bei Gesundheitsthemen den höchsten Nachweis von Fachkompetenz, das Werberecht verbietet Aussagen über Wirkung und Heilerfolg. Darunter drei erlaubte Wege, beides zu erfüllen: Qualifikation mit Abschluss, Anbieter und Jahr; Vorgehen mit Ablauf, Dauer und Methode; fremde Stimmen wie Bewertungen, Verbandsmitgliedschaften und Fachbeiträge. Ganz unten steht, was wegfällt: jede Aussage über das Ergebnis.Belegen, ohne Wirkung zu behauptenDer Widerspruch in Gesundheitsberufen und die drei erlaubten Wege herausGOOGLE VERLANGTHöchster Nachweis vonFachkompetenz und Vertrauen.Gesundheit gilt als YMYL-Thema.DAS WERBERECHT VERBIETETAussagen über Wirkung,Heilung und Ergebnisse.Unabhängig von deiner Arbeit.Beides gilt gleichzeitig. Drei Wege erfüllen beides:1QualifikationAbschlussAnbieterJahrPrüfende StelleTatsache, keine Werbung.2VorgehenWas in einer SitzungpassiertDauer der BegleitungMethodeBeschreiben, nicht versprechen.3Fremde StimmenBewertungenVerbandsmitgliedschaftFachbeiträgeEinträge in FachportalenKommt nicht von dir.WAS WEGFÄLLTJede Aussage darüber, wie es der Leserin nach der Zusammenarbeit gehen wird.Das Ergebnis darf beschrieben werden, aber von deinen Kundinnen, nicht von dir.

Die drei Wege, auf denen du Kompetenz belegst, ohne eine Wirkung zu behaupten.

Nicht jede Berufsbezeichnung sagt dasselbe

Die Ausbildungslandschaft in Gesundheits- und Coachingberufen ist unübersichtlich. Manche Bezeichnungen sind geschützt und an eine staatliche Prüfung gebunden, andere darf sich jeder geben. Deine Leserin weiß das oft nicht, und ein Suchsystem kann es aus dem bloßen Wort erst recht nicht ableiten.

Deshalb reicht der Titel allein nicht. Schreib dazu, wo und wann du die Ausbildung gemacht hast, und bei staatlichen Verfahren, welche Stelle geprüft hat. Aus „zertifizierte Ernährungsberaterin” wird „Ernährungsberaterin, Ausbildung an der Akademie X, Zertifizierung 2019″. Das ist derselbe Abschluss, nur überprüfbar.

Abgrenzung schafft Vertrauen, sie kostet es nicht

Viele Gesundheitsexpertinnen vermeiden den Hinweis, dass sie keine Diagnosen stellen und keine ärztliche Behandlung ersetzen. Die Sorge dahinter: Es könnte nach Einschränkung klingen.

Das Gegenteil ist der Fall. Ein Satz, der die eigene Zuständigkeit sauber begrenzt, signalisiert Menschen wie Systemen, dass hier jemand die Grenzen des Fachs kennt. Genau das ist ein Vertrauenssignal, und Vertrauen ist der wichtigste Baustein in Googles Bewertung.

Deine Belege liegen an anderen Orten als in anderen Branchen

Berufsverbände, Fachportale, Therapeutensuchen und Fachzeitschriften sind in Gesundheitsberufen etabliert. Ein Eintrag dort ist mehr wert als jedes Wort auf der eigenen Seite, weil er nicht von dir kommt.

Verlink diese Einträge von deiner Über-mich-Seite aus und sorge dafür, dass dein Name dort genauso geschrieben steht wie bei dir. Arbeitest du in einer Praxis vor Ort, gehören Adresse und Google-Unternehmensprofil dazu, in identischer Schreibweise. Für ein System sind zwei Schreibvarianten im Zweifel zwei Personen.


Soll ich meine Geschichte erzählen oder besser Fakten nennen?

Beides, in dieser Reihenfolge: erst die Fakten, dann die Geschichte, die sie erklärt. Gerade Therapeutinnen und Coaches entscheiden sich hier oft für nur eins von beidem.

Die häufigere der beiden Fehlformen ist die reine Geschichte. Auf der Seite steht ein persönlicher Weg, oft ehrlich und gut geschrieben, und ganz zum Schluss ein kurzer Satz darüber, was die Frau tut. Diese Seiten lesen sich schön und lassen die Leserin ratlos zurück.

Bei einer Kundin habe ich genau das gesehen: eine ausführliche Geschichte über sich, dazu ganz knapp, was sie anbietet. Wir haben ihre fachliche Qualifikation ergänzt, ihr Wofür klar benannt und einen eindeutigen nächsten Schritt eingebaut. Danach kamen Buchungen über die Seite, die vorher nicht kamen.

Die zweite Fehlform ist die Ausbildungsliste. Heilpraktikerin, Ayurveda-Ernährungsberaterin, Yogalehrerin, Aromapraktikerin, dazu drei Weiterbildungen und ein Foto. Kein Satz darüber, was das für die Leserin bedeutet.

Der ersten Fassung fehlt der Beleg, der zweiten die Zuordnung. In beiden Fällen bleibt offen, wofür diese Frau zuständig ist.

Beide Teile haben eine eigene Aufgabe. Die Fakten belegen, dass du das Thema beherrschst. Die Geschichte erklärt, warum du gerade dieses Thema gewählt hast, und genau das ist bei Gesundheitsexpertinnen oft der Grund für die Entscheidung.

Was ich dabei nicht meine: mehr Privates. Der Weg zum Fachgebiet gehört auf die Seite, die Familiengeschichte nicht.


Ich habe fünf Ausbildungen, welche nenne ich?

Die, die zu deinem aktuellen Angebot gehört, steht vorn. Die übrigen stehen weiter unten.

Fachlich breit aufgestellte Gesundheitsexpertinnen behandeln ihre Abschlüsse gern gleichrangig, weil jeder einzelne Zeit, Geld und Prüfungsstress gekostet hat. Verständlich, funktioniert aber nicht: Fünf gleich starke Signale ergeben für die Leserin kein Bild, und für ein Suchsystem ergeben sie kein Fachgebiet.

Die Auswahl läuft über das Angebot, nicht über die Biografie. Frag dich: Welche Ausbildung brauche ich für das, was ich gerade verkaufe? Die kommt nach vorn, in die Überschrift und in den ersten Absatz.

Der Rest verschwindet nicht. Er steht als Block weiter unten und zeigt Breite, die deine Arbeit stützt. Eine Ernährungsberaterin mit Yoga-Ausbildung arbeitet anders als eine ohne, und das darf man lesen.

Die Reihenfolge ist damit keine Bewertung deiner Abschlüsse, sondern eine Antwort auf die Frage, wonach gerade jemand sucht. Ändert sich dein Angebot, ändert sich die Reihenfolge.

Wenn dir diese Auswahl schwerfällt, liegt das selten am Text. Dann ist die Frage darunter noch offen, nämlich wofür du stehen willst. Wie du dahin kommst, habe ich in meinem Artikel zur Positionierung beim Schritt in die Selbstständigkeit als Coach beschrieben.

Nimm dir zwanzig Minuten. Schreib deine Ausbildungen untereinander und streich alles, was für dein aktuelles Angebot nicht gebraucht wird. Was übrig bleibt, ist dein Fachgebiet auf der Seite.


Wie schreibe ich über mich, ohne dass es nach Werbung klingt?

Indem du Angaben machst statt Adjektive zu verteilen.

Die Hemmung, sich zu zeigen, kenne ich aus vielen Gesprächen mit Gesundheitsexpertinnen. Ich will mich nicht in den Vordergrund stellen ist einer der Sätze, die ich am häufigsten höre, wenn es um die eigene Website geht. Dahinter steckt die Sorge, aufdringlich oder unseriös zu wirken.

Nur: Eine Ausbildung zu nennen ist keine Selbstdarstellung, sondern eine Information, die die Leserin für ihre Entscheidung braucht. Werblich wird ein Text nicht durch Qualifikationen, sondern durch Bewertungen der eigenen Arbeit.

„Ausbildung zur Heilpraktikerin, seit 2019 eigene Praxis” ist eine Angabe. „Einfühlsame Begleiterin mit dem besonderen Blick für den Menschen” ist eine Bewertung, die du über dich selbst abgibst. Die erste Form ist überprüfbar, die zweite nicht.

Der Unterschied lässt sich an fast jedem Satz durchspielen. Wichtig dabei: Die linke Spalte ist nicht nur schwach formuliert. Die Zeilen zu Hormonhaushalt und Beschwerdefreiheit sind Wirkungsaussagen und im Gesundheitsbereich unzulässig, nicht bloß unbelegt.

Nicht überprüfbar oder unzulässig Überprüfbar und zulässig Warum
Mit viel Herzblut und Leidenschaft für Menschen Seit 2019 eigene Praxis, über 400 Einzelsitzungen Zeitraum und Umfang sind überprüfbar, Herzblut nicht
Ganzheitliche Begleitung auf deinem Weg Ernährungsberatung bei Reizdarm und Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten Benennt das Fachgebiet, nach dem tatsächlich gesucht wird
Ich bin zertifizierte Expertin für Frauengesundheit Heilpraktikerin, Weiterbildung Frauenheilkunde (Paracelsus Schule, 2021) Nennt Abschluss, Anbieter und Jahr statt einer Selbstzuschreibung
Meine Methode bringt deinen Hormonhaushalt zurück ins Gleichgewicht Ich arbeite mit Ernährungsanpassung, Schlafroutinen und Zyklusbeobachtung Beschreibt das Vorgehen statt eine Wirkung zu behaupten
Nach unserer Zusammenarbeit bist du endlich beschwerdefrei Was Klientinnen berichten, liest du in den Bewertungen Bewertung kommt von außen, nicht von dir
Ich begleite Frauen in allen Lebensphasen Ich arbeite mit Frauen zwischen 40 und 55 in den Wechseljahren Eine Zielgruppe, die sich wiedererkennt
Über mich Über mich: Ernährungsberatung bei Reizdarm Der Seitentitel benennt das Fachgebiet
Melde dich gern jederzeit bei mir Buche ein kostenloses Erstgespräch, 20 Minuten Eine Handlung mit klarem Umfang

Die rechte Spalte ist nicht bescheidener als die linke. Sie ist überprüfbar, und genau das macht sie stärker.

Für Gesundheitsberufe kommt eine Grenze nach oben dazu. Aussagen über Wirkung, Heilung oder garantierte Ergebnisse gehören nicht auf die Seite, unabhängig davon, wie gut deine Arbeit ist.

Beschreibe stattdessen, was du tust und wie du arbeitest, und lass Bewertungen von deinen Kundinnen kommen. Was in deinem Land konkret erlaubt ist, gehört vor der Veröffentlichung geprüft.


Beispiel: eine Über-mich-Seite, die auffindbar macht

So sieht es aus, wenn alle vier Bestandteile da sind. Die Person ist erfunden, das Fachgebiet ist es nicht.

Ein Hinweis vorweg: Die Beispielperson hat eine Heilpraktiker-Erlaubnis. Nur damit darf sie ihre Arbeit auf ein Krankheitsbild beziehen. Ohne diese Erlaubnis darfst du dein Angebot nicht an eine Erkrankung knüpfen, weder in der Überschrift noch im Text. Übernimm die Struktur, nicht den Krankheitsbezug.

Ernährungsberatung bei Reizdarm — Marie Hoffmann, Heilpraktikerin

Sechs Jahre, vier Ärzte, keine Diagnose. Am Ende hieß es, ich solle Stress abbauen. Heute arbeite ich als Heilpraktikerin in Freiburg mit Menschen, die genau da stehen: Beschwerden seit Jahren, Befunde unauffällig, Geduld aufgebraucht.

Was ich anders mache als die meisten Diätpläne: Wir streichen nicht, wir testen. Beschwerdetagebuch, dann eine Lebensmittelgruppe nach der anderen, sechs bis acht Wochen. Das ist langsamer als eine Verbotsliste, und du weißt danach, woran du bist, statt nur, was du nicht mehr isst.

Ich koche selbst gern und ausgiebig. Deshalb bekommst du von mir keinen Plan, der dein Essen auf Reis und Hühnchen zusammenstreicht. Wenn wir etwas weglassen, suchen wir einen Ersatz, den du auch magst.

Wenn du eine schnelle Lösung suchst, bin ich die Falsche.

Meine Qualifikationen

  • Heilpraktikerin, amtsärztliche Überprüfung 2018, Gesundheitsamt Freiburg
  • Ernährungsberaterin, DGE-zertifiziert 2019
  • Fortbildung Low-FODMAP-Konzept nach Monash University, 2022
  • Seit 2019 eigene Praxis, rund 500 Beratungen
  • Mitglied im Fachverband Deutscher Heilpraktiker
  • Fachbeiträge in der Naturheilpraxis Fachzeitschrift

Wenn du wissen willst, ob das zu dir passt

Buch dir ein kostenloses Erstgespräch. Zwanzig Minuten am Telefon, du schilderst deine Beschwerden, ich sage dir ehrlich, ob ich dir helfen kann oder ob du besser zuerst zur Ärztin gehst. Kein Verkaufsgespräch, keine Wartezeit über eine Woche.

[Erstgespräch buchen]

Was hier wo steht. Die ersten beiden Sätze sind die Geschichte, radikal gekürzt auf den einen Satz, den die Leserin selbst kennt. Danach kommen Person, Rolle, Ort und Zielgruppe in einem Satz. Der zweite Absatz beschreibt das Vorgehen und grenzt es von etwas ab. Der dritte ist persönlich, arbeitet aber: Er sagt etwas über die Arbeitsweise, nicht über Hobbys. Der Ausschlusssatz filtert und macht die Person greifbar. Dann die Belege als Liste, jede Zeile mit Jahr oder Prüfinstanz. Zum Schluss ein Schritt mit Ablauf, Dauer und der Zusage, wann sie ablehnt.

Zur Reihenfolge. Die vier Bestandteile stehen nicht in der Reihenfolge, in der ich sie oben aufgezählt habe. Das ist in Ordnung, solange Person und Fachgebiet im oberen Drittel klar werden. Was nicht in Ordnung wäre: die Geschichte über zehn Absätze zu ziehen, bevor irgendwo steht, worum es geht.

Zum Persönlichen. Der Kochabsatz ist der einzige private Teil, und er steht nicht da, weil eine Über-mich-Seite persönlich sein soll. Er steht da, weil er erklärt, wie diese Frau berät. Das ist die Grenze: Privates mit Funktion bleibt, Privates zur Auflockerung fliegt raus.

Was bewusst fehlt: kein Satz über Herzblut, keine Aussage darüber, wie es dir nach der Beratung gehen wird, keine zweite Handlungsaufforderung. Auch der Seitentitel nennt das Fachgebiet, nicht nur den Namen.

Das ist eine Kurzfassung von gut 230 Wörtern, also am unteren Rand dessen, was ich empfehle. Auf einer echten Seite kämen ein Foto dazu und je nach Angebot ein Absatz zum Ablauf. Nimm die Vorlage nicht als Schablone zum Ausfüllen, sondern als Beleg dafür, dass jeder Absatz eine Aufgabe braucht.


Die häufigsten Fehler auf Über-mich-Seiten

  • Kein Foto oder ein schlechtes. Ein Gesicht gehört auf die Seite, weil bei Coaches, Therapeutinnen und Gesundheitsexpertinnen der persönliche Eindruck mitentscheidet. Ein Symbolbild aus einer Bilddatenbank erfüllt diese Aufgabe nicht, weil es keine Person zeigt, der man begegnen kann.
  • Zu lang. Wer drei Bildschirmseiten Lebenslauf liefert, verliert die Leserin vor dem interessanten Teil. Die Entscheidung fällt im oberen Drittel, alles darunter ist Absicherung.
  • Kein nächster Schritt. Die Seite baut Vertrauen auf und lässt die Besucherin dann allein. Ein Satz mit einer einzigen Handlung reicht, drei Angebote nebeneinander sind einer zu viel.
  • Veraltet. Eine Über-mich-Seite von 2021 beschreibt oft ein Angebot, das es nicht mehr gibt, manchmal auch eine Zielgruppe, mit der du gar nicht mehr arbeitest. Einmal im Jahr prüfen reicht.
  • Und der Fehler, der am seltensten auffällt: Die Über-mich-Seite verspricht etwas anderes als die Angebotsseite. Das passiert immer dann, wenn beide zu verschiedenen Zeiten entstanden sind, und es kostet Vertrauen genau in dem Moment, in dem jemand kurz vor der Anfrage steht.

Was du jetzt tun kannst

Eine gute Über-mich-Seite entsteht nicht in einer Stunde, und sie wird auch nicht in einem Durchgang fertig. Sie hängt an deiner Positionierung, und wenn die noch wackelt, wackelt der Text mit. Wie du beides in KI-Suchen zusammenbringst, steht in meinem Artikel zur KI-Sichtbarkeit für Gesundheitscoaches.

Der erste Schritt ist trotzdem klein: Geh deine Seite durch und prüfe, ob die vier Bestandteile aus dem ersten Abschnitt darauf stehen. Person und Angebot, Fachgebiet, Belege, nächster Schritt. Was fehlt, schreibst du dazu, in dieser Reihenfolge.

Wenn du sehen willst, wie das bei mir aussieht: Meine eigene Über-mich-Seite ist nach denselben vier Bestandteilen gebaut.

Wenn du dahinter die größere Frage spürst, also wofür du als Coach, Therapeutin oder Gesundheitsexpertin eigentlich stehen willst und wie daraus regelmäßige Buchungen werden, dann ist meine kostenlose Masterclass „Health Business Fahrplan” der passende nächste Schritt. Dort zeige ich, in welcher Reihenfolge die Bausteine eines Gesundheitsbusiness aufeinander aufbauen.


Häufige Fragen zur Über-mich-Seite

Wie lang sollte eine Über-mich-Seite sein?
Etwa 400 bis 800 Wörter reichen für Coaches, Therapeutinnen und Gesundheitsexpertinnen. Entscheidend ist die Reihenfolge: Person, Angebot und Fachgebiet stehen im oberen Drittel, die Geschichte und die Belege darunter. Wer deutlich länger schreibt, verliert Leserinnen vor dem Teil, der die Entscheidung auslöst. Kürzer als 300 Wörter wird schwierig, weil dann meist entweder die überprüfbaren Angaben oder der Zusammenhang zum Angebot fehlen.

Brauche ich ein professionelles Foto auf der Über-mich-Seite?
Ein Foto gehört auf die Seite, und es sollte dich klar erkennbar zeigen. Bei beratenden und therapeutischen Angeboten ist die Person Teil der Kaufentscheidung, weil die Zusammenarbeit persönlich stattfindet. Ein Handyfoto in schlechtem Licht arbeitet gegen dich, ein Symbolbild aus einer Bilddatenbank ebenfalls, weil es keine Person zeigt, der man begegnen kann.

Wie viel Privates gehört auf die Über-mich-Seite?
Privates gehört auf die Seite, soweit es erklärt, warum du dieses Fachgebiet bearbeitest. Eine eigene Erfahrung mit dem Thema, der Auslöser für die Ausbildung, der Punkt, an dem du den Beruf gewechselt hast. Was keinen Bezug zu deiner Arbeit hat, kann weg. Die Faustregel: Jeder persönliche Absatz muss die Frage beantworten, warum du für dieses Thema die Richtige bist.

Was ist der Unterschied zwischen Startseite und Über-mich-Seite?
Die Startseite beantwortet, ob die Besucherin auf der richtigen Website ist, und führt zu den Angeboten. Die Über-mich-Seite beantwortet, ob sie mit dieser Person arbeiten will, und liefert die fachlichen Belege dafür. Beide Seiten brauchen einen Satz zum Angebot, aber die Details gehören auf die Angebotsseite. Widersprechen sich die beiden Seiten, entsteht Misstrauen.

Wie oft sollte ich meine Über-mich-Seite aktualisieren?
Einmal jährlich prüfen reicht, dazu immer dann, wenn sich das Angebot, die Zielgruppe oder eine Qualifikation ändert. Geprüft wird vor allem, ob das genannte Fachgebiet noch zu dem passt, was du tatsächlich verkaufst. Veraltete Angebotsbeschreibungen auf der Über-mich-Seite sind einer der häufigsten Widersprüche auf Websites von Selbstständigen.

Gelten für Gesundheitsberufe besondere Anforderungen an die Über-mich-Seite?
Ja. Google ordnet Gesundheitsthemen der Kategorie YMYL zu, „Your Money or Your Life“, und legt dort die höchsten Maßstäbe an Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauen an. Fehlt der Nachweis der Qualifikation, wird eine Seite niedrig bewertet, auch wenn sie professionell gestaltet ist. Gleichzeitig verbietet das Werberecht Aussagen über Wirkung und Heilerfolg. Der Ausweg führt über Qualifikationen mit Anbieter und Jahr, eine Beschreibung des Vorgehens und Belege von außen wie Verbandsmitgliedschaften oder Bewertungen.

Warum werde ich in KI-Antworten nicht genannt?
KI-Antwortsysteme wählen ihre Quellen zunehmend unabhängig von der klassischen Trefferliste aus: Im Januar 2026 standen nur noch 38 Prozent der in Googles KI-Antworten zitierten Seiten parallel in den organischen Top 10, ein Jahr zuvor waren es 76 Prozent. Entscheidend ist, ob ein System eine Person eindeutig einem Fachgebiet zuordnen kann. Dafür braucht es einen ausgeschriebenen Namen, ein benanntes Thema, überprüfbare Angaben und Erwähnungen auf Seiten, die du nicht selbst betreibst.


Über die Autorin

Anne Jansson, Business-Mentorin für Gesundheitsexperten

Anne Jansson ist Business-Mentorin für Coaches, Therapeutinnen und Berater in der Gesundheitsbranche im DACH-Raum. Ihr Hintergrund: Wirtschaftsmathematikerin, Hochschuldozentin, ehemalige Konzern-Innovationsmanagerin mit 41 Patenten und Ayurveda-Expertin. Seit ihrem Wechsel in die Selbstständigkeit hat sie über 1.800 Gesundheitsexperten auf dem Weg in ein planbares, gesundes Business begleitet. Ihre Fachartikel erscheinen unter anderem in der Naturheilpraxis Fachzeitschrift, im Ayurveda Journal und bei Psylife.

Mehr über Anne Jansson · LinkedIn · Instagram · Podcast


Quellen

  1. ALM Corp (2026): Auswertung zur Überschneidung zwischen AI-Overview-Quellen und organischen Top-10-Ergebnissen, wiedergegeben bei Sage Media, „AI Overviews optimieren: Ranking-Faktoren und Zitierung”, April 2026. https://www.sagemedia.de/ai-overviews-optimieren/
  2. Google Search Central: Search Essentials. https://developers.google.com/search/docs/essentials
  3. Google Search Central: Creating helpful, reliable, people-first content. https://developers.google.com/search/docs/fundamentals/creating-helpful-content
  4. Google Search Central: Article structured data, Abschnitt zu Autoren-Auszeichnung. https://developers.google.com/search/docs/appearance/structured-data/article
  5. Nielsen Norman Group: About Us Pages, 85 Design Guidelines (Forschungsbericht). https://www.nngroup.com/reports/free/
  6. taismo (2026): YMYL — Was „Your Money or Your Life” für SEO bedeutet, Aufbereitung der Google Search Quality Rater Guidelines. https://taismo.de/was-ist/ymyl/

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