Beim Einwand „zu teuer“ fragst du zuerst nach, was dein Gegenüber damit meint. Der Satz kann bedeuten, dass eine Information fehlt, dass das Budget gerade nicht reicht, dass dein Angebot nicht zum Anliegen passt oder dass das Thema im Moment nicht wichtig genug ist. Erst wenn du weißt, welche Bedeutung zutrifft, kannst du passend antworten. Den Preis senkst du in diesem Moment nicht, und ein ehrliches Nein darf stehen bleiben.
So weit die Theorie. In der Praxis passiert in den zwei Sekunden nach dem Satz etwas ganz anderes, und zwar in deinem Kopf:
„Sie hat ja recht, das ist wirklich viel Geld.“
„Auf den Buchungsplattformen gibt es Kurse für ein paar Euro.“
„Bei uns auf dem Land gibt dafür eben keiner was aus.“
Schon redest du los. Du erklärst und rechtfertigst, und vielleicht bietest du sogar einen Rabatt an, nach dem niemand gefragt hat.
Ich bin Anne Jansson, Business-Mentorin für selbstständige Gesundheitsexperten für Mensch und Tier. In diesem Artikel geht es um beides: um die Antworten, die du deinem Gegenüber geben kannst, und um die Sätze in deinem Kopf, die dich vorher aus dem Konzept bringen. Die Beispiele kommen von meinen Kunden aus Energiearbeit, Yoga, Frauengesundheit und Tiergesundheit.
Das Wichtigste in Kürze
- „Zu teuer“ kann vier Dinge bedeuten: Es fehlt eine Information, das Budget, die Passung oder die Priorität. Eine ruhige Nachfrage klärt, was zutrifft.
- Einen Preis im Gespräch spontan zu senken, hilft selten. Dein Gegenüber lernt daraus, dass der erste Preis nicht ernst gemeint war.
- Viele Gesundheitsexperten kämpfen nach dem Einwand vor allem mit eigenen Sätzen wie „Ich darf für Hilfe kein Geld nehmen“ oder „Hier zahlt das keiner“. Diese Sätze lassen sich an der eigenen Rechnung und an echten Buchungen prüfen.
- Ratenzahlung ist fair, wenn die letzte Rate spätestens mit dem Ende der Leistung fällig ist.
- Ein Nein nach einem guten Gespräch ist ein Ergebnis. Hörst du „zu teuer“ von passenden Menschen immer wieder, prüfst du zuerst dein Angebot.
Was bedeutet „Das ist mir zu teuer“?
„Das ist mir zu teuer“ sagt selten nur etwas über die Höhe deines Preises. Meist steckt eine von vier Bedeutungen dahinter, und jede braucht eine andere Antwort. Im Gespräch klingen alle vier gleich, deshalb ist die Nachfrage so wichtig.
1. Es fehlt eine Information
Dein Gegenüber weiß noch nicht genau, was es für den Preis bekommt: wie viele Termine, welche Unterlagen, welche Begleitung zwischen den Terminen. Eine Ernährungsberatung mit Auswertung eines Protokolls und schriftlicher Zusammenfassung ist mehr Arbeit als ein einzelnes Gespräch. Das sieht die Interessentin aber erst, wenn du es ihr sagst.
2. Das Budget passt gerade nicht
Sie würde gern, kann sich den Betrag im Moment aber nicht leisten. Das ist eine echte Grenze, und du nimmst sie ernst. Manchmal hilft dann eine Ratenzahlung, manchmal ist einfach nicht der richtige Zeitpunkt.
3. Das Angebot passt nicht zum Anliegen
Sie sucht etwas anderes, als du anbietest. Eine Hundehalterin hat zum Beispiel eine konkrete Frage zum Futter und hört von dir ein Angebot für eine Begleitung über drei Monate. Für ihr Anliegen ist das wirklich zu viel, und sie hat recht.
4. Das Thema ist ihr gerade nicht wichtig genug
Sie sieht den Nutzen noch nicht so klar, dass er ihr den Preis wert ist, oder in ihrem Leben ist gerade anderes dringender. Oft steckt auch Unsicherheit dahinter: „Schaffe ich das überhaupt?“ Der Preis ist dann die bequemste Begründung, weil niemand gern zugibt, dass er zweifelt.
Die Tabelle kannst du seitlich verschieben.
| Bedeutung | Woran du sie erkennst | Passende Antwort |
|---|---|---|
| Es fehlt eine Information | Rückfragen zu Umfang, Terminen oder Ablauf | Leistung und Gesamtpreis noch einmal zusammenfassen |
| Das Budget passt gerade nicht | „Ich würde gern, aber …“ | Ratenzahlung anbieten, falls vorhanden, oder einen späteren Zeitpunkt offenlassen |
| Das Angebot passt nicht zum Anliegen | Das Anliegen ist kleiner oder anders als dein Angebot | Ehrlich sagen, was stattdessen passt |
| Das Thema ist gerade nicht wichtig genug | Zögern ohne konkrete Rückfrage | Nachfragen, was sich ändern würde, und die Entscheidung akzeptieren |
Was in deinem Kopf passiert, wenn du „zu teuer“ hörst
Für viele Gesundheitsexperten ist der schwierigste Teil nach dem Einwand das eigene Kopfkino. Ein Satz wie „Ich darf für Hilfe kein Geld nehmen“ meldet sich, und plötzlich verteidigst du deinen Preis, bevor du überhaupt weißt, was dein Gegenüber meint. Diese Sätze kommen aus eigenen Erfahrungen und aus Vergleichen, und sie klingen sehr überzeugend. Prüfen kannst du sie trotzdem, an deiner Rechnung, an deinen Wunschkunden und an echten Buchungen.
Wie verbreitet das ist, sehe ich in der Eingangsumfrage meiner Health Business Academy. Eine Teilnehmerin schreibt dort, sie wolle gutes Geld verdienen, „habe aber Angst davor es zu verlangen“. In Facebook-Gruppen von Gesundheitsexperten liest man Sätze wie: „aber wenn es ums Bezahlen geht, will keine investieren“.
Vier dieser Sätze höre ich bei meinen Kunden besonders oft.
„Ich darf doch kein Geld dafür nehmen, dass ich helfe“
Dieser Satz zeigt sich selten offen. Du merkst ihn eher an solchen Dingen:
- Deine Preise decken kaum die Vorbereitung.
- Du bietest Ermäßigungen an, bevor jemand danach fragt.
- Du hast ein schlechtes Gewissen, wenn du den Betrag aussprichst.
Prüf ihn mit einer einfachen Frage: Wie lange kannst du helfen, wenn du davon nicht leben kannst? Ein Preis, der sich rechnet, sorgt dafür, dass du diese Arbeit in fünf Jahren noch machst. Wie du so einen Preis ausrechnest, zeige ich dir in meinem Artikel Coaching-Preise festlegen.
Mein Kunde Michael arbeitet in der spirituellen Begleitung. Er hatte genau diesen Satz im Kopf: Wer anderen hilft, darf damit kein Geld verdienen. Heute verkauft er Pakete für mehrere tausend Euro.
„Auf den Buchungsplattformen gibt es Kurse für ein paar Euro“
Der Vergleich mit Buchungsplattformen, Fitnessstudios und Firmen-Sportpässen ist für viele Kursleiter ein echter Frust. Die Frage ist nur, ob du dabei Gleiches mit Gleichem vergleichst. Ein Kurs in einem großen Studio mit Mitgliedschaft ist ein anderes Produkt als dein Kurs mit deinem Schwerpunkt und deiner persönlichen Begleitung.
Eine Kundin von mir, eine Yogalehrerin, hatte genau diesen Vergleich im Kopf. Sie hat ihr Angebot als Boutique-Studio positioniert, mit Preisen, die bewusst höher liegen als bei den großen Anbietern.
„In meiner Stadt gibt es doch solche Dumpingpreise“
Eine Kundin, Expertin für Frauengesundheit in Bremen, hat mir diesen Satz gesagt.
Klar gibt es in jeder Stadt günstige Angebote. Deine Kunden sind aber nur ein kleiner Teil dieser Stadt: Menschen mit genau dem Anliegen, für das du da bist. Für sie zählt, ob du ihnen bei diesem Anliegen weiterhilfst, und erst danach, was ein Kurs um die Ecke kostet.
„Bei uns auf dem Land gibt dafür keiner was aus“
Diesen Satz hat eine Kundin aus der Tiergesundheit gesagt. Menschen, die viel für ihr Tier tun, gibt es auch auf dem Land. Wenn du zusätzlich online arbeitest, spielt dein Wohnort für einen Teil deiner Kunden gar keine Rolle mehr.
Beide Kundinnen, die aus Bremen und die vom Land, haben ihren Preis erhöht, und die erste Buchung zum neuen Preis kam. Das erlebe ich bei meinen Kunden immer wieder.
Wie du an diesen Sätzen arbeitest
Am besten arbeitest du an diesen Sätzen in echten Situationen. Ganz konkret heißt das:
- Schreib nach jedem Gespräch auf, welcher Satz dir durch den Kopf ging, als der Preis fiel.
- Prüf ihn an deinen Zahlen: Rechnet sich dein Preis, oder rechnet sich der günstigere?
- Prüf ihn an den Menschen: Kam das „zu teuer“ von jemandem, der wirklich zu deinem Angebot passt?
- Übe den Moment selbst: Preis nennen, die Rückfrage aushalten, ein Nein auswerten.
Warum Rechtfertigen und Rabatt nicht helfen
Rechtfertigen und spontaner Rabatt beantworten keine der vier möglichen Bedeutungen von „zu teuer“, also fehlende Information, fehlendes Budget, fehlende Passung oder fehlende Priorität. Wer sich rechtfertigt, macht aus dem Preis ein Problem, das vorher keins war. Wer spontan Rabatt gibt, zeigt, dass der erste Preis eine Verhandlungsbasis war.
Geh die vier Bedeutungen einmal durch:
- Fehlt eine Information, fehlt sie auch zum halben Preis.
- Passt das Angebot nicht zum Anliegen, passt es auch günstiger nicht.
- Ist das Thema gerade nicht wichtig genug, wird es durch 20 % Nachlass nicht wichtiger.
- Beim Budget kann ein Rabatt helfen, aber auch dafür gibt es bessere Wege (dazu gleich mehr).
Dazu kommt die Frage der Fairness: Deine anderen Kunden haben den vollen Preis bezahlt. Wer ihn im Gespräch herunterhandeln kann, bekommt dieselbe Leistung billiger, nur weil er gefragt hat. Das kennt man sonst vom Flohmarkt.
Wie wichtig ein klar genannter Preis ist, zeigt eine Antwort aus der Eingangsumfrage meiner Academy. Jemand schreibt dort, überzeugt habe unter anderem der Gesamtpreis: sichtbar „und nicht als böse Überraschung am Ende eines Verkaufsgesprächs“.
Die beste Vorbereitung auf den Einwand ist übrigens die Art, wie du den Preis nennst: Leistung und Gesamtbetrag in zwei, drei Sätzen, danach schweigen. Wie das im Gespräch aussieht, beschreibe ich ausführlich in meinem Leitfaden für das Erstgespräch.
Was du auf den Einwand „zu teuer“ antworten kannst
Auf den Einwand „zu teuer“ antwortest du zuerst mit einer offenen Nachfrage. Je nachdem, ob deinem Gegenüber eine Information, das Budget, die Passung oder die Priorität fehlt, folgt dann eine passende Antwort. Gute Einwandbehandlung heißt hier: verstehen, was gemeint ist, und dann ehrlich darauf eingehen.
Die Nachfrage
„Danke, dass du das so offen sagst. Magst du mir erzählen, was sich für dich zu teuer anfühlt? Geht es um den Betrag an sich, oder bist du noch nicht sicher, ob das Angebot das Richtige für dich ist?“
Danach hörst du zu. Die Antwort sagt dir fast immer, welche Bedeutung dahintersteckt.
Antworten ohne Rabatt
Es fehlt eine Information: „Lass mich kurz zusammenfassen, was du bekommst: drei Termine à 60 Minuten, die Auswertung deines Fragebogens vorab und Rückfragen per Sprachnachricht zwischen den Terminen. Der Gesamtpreis beträgt 520 €. Ist das jetzt klarer?“
Das Budget passt gerade nicht: „Das verstehe ich gut. Wäre es eine Hilfe, den Betrag in drei Monatsraten zu zahlen?“ Passt auch das nicht, ist jetzt vielleicht nicht der richtige Zeitpunkt, und das darfst du so sagen.
Das Angebot passt nicht zum Anliegen: „Dann bin ich ehrlich: Für deine Frage brauchst du keine Begleitung über drei Monate. Ein einzelner Termin reicht dafür.“ Hast du so einen Termin nicht im Angebot, sagst du das genauso offen.
Das Thema ist gerade nicht wichtig genug: „Was würde sich für dich ändern, wenn du das jetzt angehst? Was passiert, wenn alles noch ein halbes Jahr so bleibt wie heute?“ Danach entscheidet dein Gegenüber, und du akzeptierst die Antwort.
„Ich muss das erst mit meinem Mann besprechen“
Klar, das ist bei größeren Beträgen normal. Mach es deinem Gegenüber leicht und vereinbare, wie es weitergeht:
„Mach das. Soll ich dir Leistung und Preis noch einmal schriftlich schicken, damit ihr beide alles vor euch habt? Wann wollen wir noch einmal kurz sprechen?“
Manchmal steckt hinter diesem Satz auch die vierte Bedeutung, also eigene Zweifel. Eine freundliche Frage hilft dann: „Gibt es für dich selbst noch etwas, das offen ist?“
Antwort per Mail oder WhatsApp
Kommt die Absage schriftlich, reicht eine kurze, freundliche Nachricht. Sie lässt die Tür offen, ohne nachzuhaken:
„Hallo [Name], danke für deine ehrliche Rückmeldung. Ich verstehe gut, dass der Betrag gerade nicht passt. Falls es dir hilft: Du kannst die Begleitung auch in drei Monatsraten zahlen. Wenn es für dich trotzdem gerade nicht stimmt, ist das völlig in Ordnung. Du kannst dich jederzeit wieder melden. Alles Gute für dich!“
Die Ratenzahlung erwähnst du hier nur, wenn du sie wirklich anbietest.
Ratenzahlung, kleineres Angebot oder Rabatt?
Ratenzahlung ist eine faire Lösung für ein echtes Budgetproblem, solange die letzte Rate spätestens mit dem Ende der Leistung fällig ist. Ein kleineres Angebot passt, wenn es fachlich zu einem kleineren Anliegen gehört. Rabatte gibst du, wenn überhaupt, nach festen Regeln, die vor dem Gespräch feststehen.
Ich biete selbst Ratenzahlung an und finde das fair. Wichtig ist nur, dass die Raten zum Leistungszeitraum passen. Begleitest du jemanden drei Monate, verteilst du den Betrag auf drei Raten. Bei zwölf Raten hättest du deine Arbeit längst gemacht und würdest noch neun Monate deinem Geld hinterherlaufen.
Diese Aufteilung ist auch aus Sicht deiner Kunden fair. Die Verbraucherzentrale Hamburg rät Verbrauchern bei Coachings, in Teilbeträgen nach erbrachter Leistung zu zahlen und keine Vergütung für die gesamte Laufzeit im Voraus zu leisten. Wie du die Ratenzahlung schriftlich festhältst, lässt du dir am besten von einer Rechtsberatung bestätigen.
Die Tabelle kannst du seitlich verschieben.
| Option | Passt, wenn | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Ratenzahlung | das Budget die einzige Hürde ist | die letzte Rate ist spätestens mit dem Ende der Leistung fällig |
| Kleineres Angebot | das Anliegen fachlich wirklich kleiner ist | es steht schon vor dem Gespräch als eigenes, festes Angebot fest |
| Rabatt | es feste Regeln gibt, zum Beispiel einen Einführungspreis für eine begrenzte Zahl an Plätzen | die Regeln stehen vorher fest und gelten für alle |
Bietest du heilkundliche Leistungen an, etwa als Heilpraktiker, lass Rabattaktionen vorher rechtlich prüfen. Das Heilmittelwerbegesetz setzt Zuwendungen im Zusammenhang mit Heilbehandlungen enge Grenzen.
Wann ist ein Nein in Ordnung?
Ein Nein ist in Ordnung, wenn dein Gegenüber Leistung und Preis verstanden hat und frei entscheidet. Dann ist es ein Ergebnis, aus dem du lernen kannst. Genau das meine ich mit Verkaufen ohne Druck: Du machst ein klares Angebot, und die Entscheidung bleibt bei der anderen Person.
Ein Mensch kauft, weil er für sich eine Entscheidung treffen kann. Dafür braucht er von dir:
- einen klar beschriebenen Umfang, also Dauer, Termine und Begleitung,
- einen klar genannten Gesamtpreis,
- Bedenkzeit, wenn er sie braucht,
- die Freiheit, Nein zu sagen.
Die Verbraucherzentrale Hamburg sieht das ähnlich: Zeitdruck vor dem Abschluss und fehlende Bedenkzeit nennt sie als Warnsignale bei Coaching-Angeboten, ebenso eine fehlende konkrete Leistungsbeschreibung.
Wer drei Tage später noch zweimal nachhakt, obwohl nichts vereinbart war, nimmt seinem Gegenüber die Freiheit wieder weg.
Manchmal ist auch ein Nein von deiner Seite die fairere Antwort. Sagt jemand im Gespräch, das wäre sein letztes Geld, empfiehlst du lieber, jetzt nicht zu buchen. Eine Zusammenarbeit unter so großem finanziellem Druck tut keinem von euch beiden gut.
Wann „zu teuer“ ein Hinweis auf dein Angebot ist
„Zu teuer“ ist ein Hinweis auf dein Angebot, wenn du den Satz immer wieder von Menschen hörst, die gut zu dir passen und alles verstanden haben. Dann liegt die Baustelle meistens beim Angebot selbst: Es ist zu breit, der Nutzen bleibt unklar, oder es ist schwer zu verstehen, wofür man eigentlich bezahlt.
Am schnellsten findest du das heraus, wenn du nach jedem Preiseinwand notierst, welche der vier Bedeutungen es war. Nach einer Handvoll Gespräche siehst du ein Muster:
- Meist fehlt eine Information oder die Priorität: Schärfe die Beschreibung deines Angebots, also Anliegen, Umfang und Nutzen.
- Meist passt das Angebot nicht: Prüf, ob du die richtigen Menschen erreichst und ob dein Angebot zu deren Anliegen passt.
- Meist fehlt bei passenden Menschen das Budget: Prüf, wo du deine Kunden findest, und erst danach deinen Preis.
Wie oft du „zu teuer“ hören darfst, bevor du deinen Preis änderst, hängt deshalb weniger an einer festen Zahl als an der Frage, von wem du es hörst. Ein einzelnes „zu teuer“ sagt wenig. Hörst du es über mehrere Gespräche hinweg immer wieder von Menschen, die gut zu dir passen und alles verstanden haben, prüfst du zuerst die Beschreibung deines Angebots und deinen Kundenweg.
Den Preis zu senken, ist der letzte Schritt in dieser Liste. Häufig reicht es, das Angebot klarer zu machen.
Dein nächster Schritt
Nimm dir die vier Antworten aus diesem Artikel und sprich sie einmal laut, am besten mit einer Kollegin, die die zögernde Interessentin spielt. Schreib dir danach auf, welcher Satz in deinem Kopf auftauchte, als sie „zu teuer“ gesagt hat. Genau an diesem Satz arbeitest du als Nächstes.
Wenn du dafür Unterstützung möchtest, hilft dir das Salesflow Starterkit. Darin findest du einen Leitfaden für dein Verkaufsgespräch, fertige Formulierungen für Einwände und für deinen Preis, ein Audio für die Minuten vor dem Gespräch und ein Video-Training dazu, was dich beim Verkaufen innerlich bremst. Es kostet einmalig 47 € netto: Zum Salesflow Starterkit
Häufige Fragen zum Einwand „zu teuer“
Soll ich Rabatt geben, wenn jemand sagt, es ist zu teuer?
Ein spontaner Rabatt im Gespräch hilft selten. Er beantwortet weder eine fehlende Information noch eine fehlende Passung oder Priorität, und er zeigt dem Gegenüber, dass der erste Preis verhandelbar war. Außerdem bekommen dann einzelne Kunden dieselbe Leistung günstiger, nur weil sie nachgefragt haben. Sinnvoller ist eine Nachfrage, was genau zu teuer ist. Rabatte sind fair, wenn sie festen Regeln folgen, die vorher feststehen und für alle gelten, zum Beispiel ein Einführungspreis für eine begrenzte Zahl an Plätzen.
Soll ich Ratenzahlung anbieten?
Ratenzahlung ist eine faire Lösung, wenn das Budget die einzige Hürde ist. Wichtig ist, dass die Raten zum Leistungszeitraum passen: Bei einer Begleitung über drei Monate wird der Betrag auf drei Monatsraten verteilt. Laufen die Raten deutlich länger als die Leistung, entsteht das Risiko, nach Abschluss der Arbeit noch offenen Zahlungen hinterherzulaufen. Ratenzahlung wird am besten nur dann angesprochen, wenn sie zum festen Angebot gehört. Die schriftliche Vereinbarung lässt sich von einer Rechtsberatung prüfen.
Bedeutet „zu teuer“, dass mein Preis zu hoch ist?
Nicht unbedingt. „Zu teuer“ kann bedeuten, dass eine Information fehlt, dass das Budget gerade nicht reicht, dass das Angebot nicht zum Anliegen passt oder dass das Thema gerade nicht wichtig genug ist. Ein Hinweis auf das Angebot ist es, wenn der Einwand immer wieder von passenden Menschen kommt, die Leistung und Preis verstanden haben. Dann lohnt es sich, zuerst Beschreibung, Umfang und Nutzen des Angebots zu prüfen. Den Preis zu senken, ist erst der letzte Schritt.
Was antworte ich, wenn sie es erst mit ihrem Partner besprechen will?
Bei größeren Beträgen ist es normal, eine Entscheidung mit dem Partner zu besprechen. Hilfreich ist, Leistung und Preis noch einmal schriftlich zu schicken, damit beide dieselben Informationen haben, und direkt einen Termin für ein kurzes Folgegespräch zu vereinbaren. Manchmal stecken hinter dem Satz auch eigene Zweifel. Eine freundliche Frage wie „Gibt es für dich selbst noch etwas, das offen ist?“ macht das sichtbar, ohne Druck aufzubauen.
Wie verhindere ich, dass „zu teuer“ erst am Ende des Gesprächs kommt?
Ein Einwand am Ende lässt sich nie ganz vermeiden, er wird aber seltener, wenn Interessenten früh Orientierung haben. Dazu gehört eine klare Beschreibung des Angebots mit Umfang und Zeitraum, etwa auf der Website oder vor dem Erstgespräch. Im Gespräch selbst wird der Gesamtpreis vollständig genannt. Wer Leistung und Gesamtbetrag in zwei, drei Sätzen nennt und danach eine Pause lässt, gibt dem Gegenüber Raum, offene Fragen zu stellen.
Über die Autorin
Anne Jansson ist Business-Mentorin für selbstständige Gesundheitsexperten für Mensch und Tier im deutschsprachigen Raum und leitet die Health Business Academy. Sie ist Wirtschaftsmathematikerin und hat Ayurveda und Ernährung mit Zertifikat studiert. Zwölf Jahre arbeitete sie in einem Konzern in der technischen Entwicklung, der strategischen Businessentwicklung und im Innovationsmanagement. Nebenbei lehrte sie als Hochschuldozentin, entwickelte Trainings und arbeitete als Management-Coach und Trainerin. Als KI-Spezialistin schulte sie Manager im Einsatz von künstlicher Intelligenz. Sie ist Inhaberin von 41 Patenten. 2019 machte sie sich neben ihrem Job als Ayurveda-Coach selbstständig und kündigte neun Monate später. Aus der Begleitung von Kollegen aus Ayurveda, Coaching und Gesundheit entstand die Health Business Academy, ein persönlich betreutes Gruppenprogramm zu Positionierung, kaufrelevanten Angeboten, Kundenreise, Verkaufen und Sichtbarkeit. Seit 2026 unterstützen dort zusätzlich KI-Agentinnen die Teilnehmer bei Marktrecherche, Angeboten und Texten. Anne Jansson hat über 1.800 Kunden begleitet. Ihr Business ist ein reines Online-Business mit Sitz in Owingen am Bodensee. Mehr über Anne Jansson: Über mich
Quellen
- Verbraucherzentrale Hamburg: Coaching: So werden Sie unseriöse Verträge wieder los, Stand 03.04.2025
- Eingangsumfrage der Health Business Academy (intern, anonym, Kennungen A155-26 und A232-19)
- Öffentliche Beiträge aus Facebook-Gruppen von Gesundheitsexperten (Stimmen-Recherche vom 26.10.2026, anonym)
- Kundenbeispiele aus der Health Business Academy (Michael mit Freigabe, alle anderen anonym)
