Erstgespräch im Coaching und in der Beratung: So führst du es ohne Druck

von Anne Jansson | 29. Oktober 2026

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Ein Erstgespräch im Coaching und in der Beratung ist ein klar geführtes Gespräch von etwa 30 Minuten, in dem du und deine Interessentin prüft, ob eine Zusammenarbeit passt. Du fragst zuerst, dann ordnest du ein, stellst dein Angebot vor und nennst den Preis. Am Ende steht eine klare Entscheidung. Eine Buchung ist eine davon, ein ehrliches Nein ist genauso ein gutes Ergebnis.

Du hast ein Angebot, hinter dem du stehst. Trotzdem wird dir vor jedem Erstgespräch ein bisschen flau, und im Kopf läuft so etwas: „Ich will verkaufen, ohne verkäuferisch zu sein.“ „Ich mag es ja selbst nicht, wenn mir jemand etwas verkaufen will.“ „Was mache ich bloß, wenn sie nach dem Preis einfach nichts sagt?“

Genau solche Sätze schreiben mir selbstständige Gesundheitsexpertinnen für Mensch und Tier, wenn sie in die Academy starten. Sie fühlen sich unsicher, sobald es um den Abschluss geht, und wollen auf keinen Fall wie ein Marktschreier wirken. Eine bringt es auf den Punkt: Ihr fehlen „die Formulierungen und die Sicherheit“.

Diese Sicherheit kommt mit einem klaren Ablauf. Ich bin Anne Jansson, Business-Mentorin für Gesundheitsexpertinnen, und dieser Leitfaden zeigt dir den Ablauf, mit dem wir in der Academy arbeiten: acht Schritte mit Beispielsätzen und die zwei Stellen, an denen Erstgespräche meiner Erfahrung nach am häufigsten kippen: zu früh beraten und die Stille nach dem Preis.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Erstgespräch ist ein Kennenlerngespräch von etwa 30 Minuten, in dem beide Seiten prüfen, ob eine Zusammenarbeit passt. Es ist weder ein kostenloses Coaching noch eine kostenlose Beratung.
  • Die ersten vier Schritte gehören der Interessentin: Rahmen, aktuelle Situation, gewünschtes Ergebnis, bisherige Versuche. Die letzten vier gehören der Anbieterin: zusammenfassen, Angebot, Preis, Entscheidungsfrage.
  • Der Preis wird vollständig genannt, mit Gesamtsumme, Inhalt und Zahlungsweise. Danach folgt Schweigen.
  • Die Entscheidung bleibt bei der Interessentin. Ein klares Nein gilt als gutes Ergebnis.
  • Ein Erstgespräch kann kostenfrei sein, weil die Interessentin darin ein konkretes Angebot erhält. Beraten wird erst in der Zusammenarbeit.

Was ist ein Erstgespräch im Coaching und in der Beratung, und was ist es nicht?

Ein Erstgespräch ist ein Gespräch, in dem beide Seiten prüfen, ob eine Zusammenarbeit fachlich und persönlich sinnvoll ist. Es ist weder ein kostenloses Coaching noch eine ausführliche Beratung. Die Anbieterin versteht die Situation, klärt das gewünschte Ergebnis und prüft, ob ihr Angebot dazu passt.

Viele nennen es auch Verkaufsgespräch. Überzeugen musst du dabei trotzdem niemanden. Ein Mensch kauft, weil er für sich eine Entscheidung treffen kann. Deine Aufgabe ist, ihm dafür alles Nötige zu geben: ein klares Bild seiner Situation, eine begründete Empfehlung und einen vollständigen Preis.

Ein gutes Erstgespräch kann deshalb auf drei Arten enden:

  • Die Interessentin entscheidet sich für die Zusammenarbeit.
  • Ihr fehlt noch eine Information, die ihr beide klar benennt.
  • Ihr stellt gemeinsam fest, dass dein Angebot gerade nicht passt.

Alle drei sind in Ordnung. Dein Ziel ist eine klare Entscheidung, und eine Buchung ist nur eine Form davon.

Kostenloses Beratungsgespräch oder Erstgespräch: Wie nennst du dein Gespräch?

Nenn dein Gespräch mit Interessenten Erstgespräch und erklär in einem Satz, wofür es da ist. Bezeichnungen wie „kostenloses Beratungsgespräch“, „Impulsgespräch“ oder „Strategiegespräch“ versprechen, dass es im Gespräch schon Beratung oder Lösungen gibt. Damit lädst du genau die Menschen ein, die einen kostenlosen Rat suchen.

Ganz ehrlich: Ich halte ein kostenfreies Erstgespräch für richtig, wenn die Interessentin darin ein konkretes Angebot bekommt. Beraten wird danach, in der Zusammenarbeit. Ein Erstgespräch ist kein kostenloses Beratungsgespräch. Wer beides vermischt, verschenkt im Gespräch genau die Beratung, für die man eigentlich bezahlt werden möchte.

Diese vier Namen benennen den Zweck ehrlich:

  • Erstgespräch: die neutralste Bezeichnung, bekannt und sachlich.
  • Kennenlerngespräch: die vertrauteste. Sie sagt, worum es zuerst geht, nämlich sich kennenzulernen.
  • Passungsgespräch: die direkteste. Sie sagt sofort, dass beide Seiten prüfen.
  • Orientierungsgespräch: die zurückhaltendste, gut für Menschen mit großer Hemmschwelle vor allem, was nach Verkauf klingt.

Wichtiger als der Name ist der Satz, mit dem du das Gespräch ankündigst. Zum Beispiel: „In diesem Gespräch schauen wir, ob eine Zusammenarbeit passt. Wenn ja, stelle ich dir vor, wie das konkret aussehen würde.“

Wie bereitest du dich auf ein Erstgespräch vor?

Bereite fünf Dinge vor: deinen Zeitrahmen, vier Kernfragen, eine Angebotsbeschreibung von zwei bis drei Minuten, deinen Preis mit Zahlungsweise und deine fachlichen Grenzen. So berätst du nicht 25 Minuten lang und hast am Ende nur noch zwei Minuten für dein Angebot.

Die 30 Minuten aufteilen

Die Tabelle kannst du seitlich verschieben.

Phase Zeit
Ankommen und Rahmen setzen 2 bis 3 Minuten
Aktuelle Situation, Ziel und bisherige Versuche 12 bis 15 Minuten
Zusammenfassen und einordnen 3 bis 4 Minuten
Angebot vorstellen 4 bis 5 Minuten
Preis und Entscheidung 5 Minuten

Die Zeiten sind eine Orientierung. Sie schützen dich vor dem Klassiker, bei dem das Angebot zwischen Tür und Angel kommt.

Vier Kernfragen statt eines Fragenkatalogs

Wähle vier Fragen, die du in jedem Erstgespräch stellst. Weitere Fragen nutzt du nur, wenn eine Antwort noch zu allgemein bleibt.

  1. Was hat dich dazu gebracht, dieses Gespräch zu buchen?
  2. Was soll sich für dich konkret verändern?
  3. Was hast du bisher versucht?
  4. Was glaubst du, hat dir bisher gefehlt, damit sich wirklich etwas verändert?

Mehr Fragen machen das Gespräch schnell zum Verhör, und es verliert seine Richtung.

Preis und fachliche Grenzen vorher festlegen

Halte die genaue Investition und die Zahlungsweisen bereit. Du solltest den Preis in einem Satz sagen können, ohne Rechtfertigung oder Rabatt hinterher. Wie du diesen Preis ausrechnest, zeige ich dir in meinem Artikel Coaching-Preise festlegen.

Leg außerdem vorher fest, bei welchen Anliegen dein Angebot nicht geeignet ist. Für selbstständige Gesundheitsexpertinnen für Mensch und Tier gehören dazu Beschwerden, die eine ärztliche oder tierärztliche Abklärung brauchen, Hinweise auf eine psychische Erkrankung, akute Krisen und Anliegen außerhalb deiner Qualifikation. Passe diese Liste an deine Ausbildung, deine Zulassung und den rechtlichen Rahmen deiner Tätigkeit an.

Der Ablauf eines Erstgesprächs in 8 Schritten

Ein Erstgespräch besteht aus acht Schritten in zwei Hälften. In den ersten vier fragst du und hörst zu. In den letzten vier sprichst du: Du fasst zusammen, stellst dein Angebot vor, nennst den Preis und gibst die Entscheidung zurück.

Die Tabelle kannst du seitlich verschieben.

Schritt Worum es geht Beispielsatz
1. Rahmen setzen Die Interessentin weiß, was sie erwartet, und dass ein Nein möglich ist. „Wir haben etwa 30 Minuten. Ich stelle dir zuerst einige Fragen. Danach sage ich dir ehrlich, ob und wie ich dich unterstützen könnte.“
2. Aktuelle Situation Wie sich das Problem im Alltag zeigt, nicht nur der Fachbegriff. „Wie zeigt sich das in deinem Alltag ganz konkret?“
3. Gewünschtes Ergebnis Ein konkretes, alltagsnahes Ziel in ihren Worten. „Woran würdest du merken, dass die Begleitung erfolgreich war?“
4. Bisherige Versuche Was sie schon probiert hat und was dabei gefehlt hat. „Was hat dir bisher gefehlt, damit sich dauerhaft etwas verändert?“
5. Zusammenfassen Die Situation in drei bis vier Sätzen spiegeln und bestätigen lassen. „Wenn ich dich richtig verstanden habe, … Habe ich das richtig erfasst?“
6. Angebot Eine begründete Empfehlung, die an ihre Situation anknüpft. „Auf Grundlage dessen, was du beschrieben hast, würde ich dir … empfehlen.“
7. Preis Gesamtsumme, Inhalt und Zahlungsweise, danach Schweigen. „Die Investition beträgt … Darin enthalten sind … Du kannst … zahlen.“
8. Entscheidung Eine klare Abschlussfrage, die die Entscheidung zurückgibt. „Möchtest du damit starten?“

Schritt 1 bis 4: Du fragst

Die ersten zwei Minuten entscheiden, wie entspannt das ganze Gespräch läuft. Wenn die Interessentin weiß, wann dein Angebot kommt und dass sie danach frei entscheidet, muss sie nicht die ganze Zeit rätseln, wann der Verkaufsteil beginnt.

Für zurückhaltende Menschen eignet sich dieser Einstieg: „Du musst dich heute zu nichts überreden lassen. Mir ist wichtig, dass wir beide ehrlich prüfen, ob meine Begleitung zu dir und deinem Anliegen passt.“

Hat die Interessentin vorab einen Fragebogen ausgefüllt, lies ihn vor dem Gespräch durch und geh dann konkret auf ihre Punkte ein. Ein Fragebogen ist keine Pflicht, nur eine Möglichkeit, gut vorbereitet ins Gespräch zu gehen.

Bei der aktuellen Situation fragst du nach dem Alltag. Auf „Ich bin ständig erschöpft“ folgt zum Beispiel: „Was kannst du dadurch gerade nicht so tun, wie du es gerne möchtest?“ Beim Ziel hilfst du ihr, selbst zu formulieren, was stattdessen entstehen soll.

Bei Tiertherapeuten spricht im Erstgespräch die Halterin für ihr Tier. Dann fragst du nach dem gemeinsamen Alltag: Wann zeigt sich das Verhalten, und was kann sie mit ihrem Tier gerade nicht so machen, wie sie es gerne würde?

Die bisherigen Versuche gehen im Gespräch leicht unter. Dieser Schritt verhindert, dass du eine Lösung anbietest, die sie schon dreimal ausprobiert hat. Hier prüfst du auch, ob sie aus eigenem Antrieb da ist, ob sie an eine Veränderung glaubt und ob ihr Bedarf überhaupt zu deinem Angebot passt.

Schritt 5 bis 8: Du sprichst

Mit der Zusammenfassung wechselst du vom Fragen zum Sprechen. Die Grundformel lautet: „Wenn ich dich richtig verstanden habe, ist deine Situation folgende: … Du möchtest stattdessen … Bisher hast du … Dabei hat dir vor allem … gefehlt. Habe ich das richtig erfasst?“

Das Angebot stellst du in zwei bis fünf Minuten vor. Vier Dinge reichen: was ihr gemeinsam bearbeitet, wie lange die Begleitung dauert, wie sie abläuft und warum dieses Vorgehen zu ihrer Situation passt. Eine Aufzählung aller Module, PDFs und Boni hilft der Interessentin bei ihrer Entscheidung kaum.

Preis und Entscheidungsfrage bekommen eigene Abschnitte weiter unten, weil dort die meiste Unsicherheit sitzt.

Der häufigste Fehler im Erstgespräch: zu früh beraten

Meiner Erfahrung nach kippen Erstgespräche am häufigsten an einer Stelle: Die Anbieterin hört gut zu, erkennt ein Muster und fängt an zu beraten. Die Interessentin bekommt hilfreiche Erklärungen und erste Tipps, bedankt sich herzlich und hat danach keinen klaren Grund mehr, die eigentliche Begleitung zu buchen.

Deine Aufgabe im Erstgespräch ist, die Situation fachlich einzuordnen und zu zeigen, wo deine Begleitung ansetzen würde. Die eigentliche Arbeit beginnt in der Zusammenarbeit.

Die Tabelle kannst du seitlich verschieben.

Beraten (gehört in die Zusammenarbeit) Einordnen (gehört ins Erstgespräch)
Zusammenhänge ausführlich erklären das erkennbare Muster benennen
konkrete Maßnahmen empfehlen zeigen, dass du ähnliche Situationen kennst
erste Übungen durchführen den zentralen Ansatzpunkt beschreiben
einen individuellen Plan erstellen erklären, warum eine Begleitung sinnvoll sein könnte
eine Analyse oder Einschätzung liefern die Verbindung zu deinem Angebot herstellen

Ein Satz, der einordnet, klingt so: „Was du beschreibst, ist ein typischer Punkt, an dem meine Begleitung ansetzt. Das lässt sich nicht mit einem einzelnen Tipp beantworten.“

Im Gesundheitsbereich hat das noch einen zweiten Grund. Sätze wie „Das liegt wahrscheinlich an deinem Cortisol“ sind eine schnelle Einschätzung ohne Grundlage, und je nach Beruf und Zulassung fällt eine solche Einschätzung gar nicht in deinen Rahmen. Besser: „Ich habe dazu bereits einen Gedanken. Lass mich vorher noch zwei Dinge fragen.“

Fragt die Interessentin direkt nach einer Lösung, hilft dieser Satz: „Das wäre bereits Teil der individuellen Begleitung. Im Erstgespräch möchte ich zunächst prüfen, ob mein Vorgehen grundsätzlich zu deiner Situation passt.“

Wann und wie nennst du den Preis im Erstgespräch?

Den Preis nennst du gegen Ende, wenn die Interessentin verstanden hat, worum es geht, also direkt nach der Angebotsvorstellung. Du nennst ihn vollständig und in einem Zug: Gesamtsumme, was enthalten ist und wie sie zahlen kann. Danach schweigst du, denn die Stille gehört der Interessentin, die in diesem Moment nachdenkt.

Ein Beispiel: „Die Investition für die zwölf Wochen beträgt 1.500 Euro. Darin enthalten sind sechs Einzeltermine, die begleitenden Unterlagen und die Rückfragemöglichkeit zwischen unseren Gesprächen. Du kannst einmalig zahlen oder in drei monatlichen Raten zu jeweils 520 Euro, insgesamt also 1.560 Euro.“

Leicht ist das nicht.

Als bei mir das erste Mal eine Kundin nach dem Preis einfach geschwiegen hat, habe ich angefangen, den Preis zu rechtfertigen, und hatte sofort ein ganz schreckliches Gefühl. Ich hatte auch Gespräche, in denen Interessenten richtig erschrocken waren und sich aufgeregt haben, wie man für Gesundheit so viel Geld nehmen kann.

Mit meiner Mentorin habe ich daran arbeiten müssen, solche Momente erst einmal innerlich gut durchzustehen. Erst danach konnte ich es im Gespräch auch anwenden. Den Preis zu nennen ist ein Handwerk, das man üben kann. Damit du es im entscheidenden Moment auch anwendest, brauchst du die passende Haltung dazu.

Diese Sätze sagst du direkt nach dem Preis besser nicht:

  • „Aber wir können bestimmt noch etwas machen.“
  • „Ich weiß, das ist viel Geld.“
  • „Du bekommst dafür aber wirklich sehr viel.“
  • „Du kannst auch erst einmal mit etwas Kleinem anfangen.“
  • „Du musst natürlich nicht sofort entscheiden.“

Während der Stille atmest du ruhig, hältst im Videocall Blickkontakt und lächelst nicht entschuldigend. Ein paar Sekunden Stille fühlen sich für dich viel länger an, als sie tatsächlich sind.

Wie fragst du nach der Entscheidung, ohne Druck zu machen?

Nach dem Preis fragst du mit einer einfachen, direkten Abschlussfrage nach der Entscheidung, zum Beispiel: „Möchtest du damit starten?“ oder „Wie ist dein erster Eindruck?“ Die Frage macht klar, was jetzt passiert, und gibt die Entscheidung dorthin zurück, wo sie hingehört, zur Interessentin.

Das schreiben mir auch Teilnehmer der Academy. In einer Umfrage unter unseren Teilnehmern mit 357 Antworten erzählt eine, warum sie sich für die Zusammenarbeit entschieden hat. Im Telefonat sei klar gewesen, „dass es meine Entscheidung ist, ob ich bei ihr kaufe oder nicht“, und weiter: „da war überhaupt kein Druck“.

Eine andere nennt als Grund: „Kein Druckaufbau im Vor-Gespräch“.

Wenn sie überlegen möchte

Frag nach, was genau offen ist: „Was genau möchtest du für dich noch prüfen?“ oder „Geht es eher um die inhaltliche Passung oder um die Investition?“ So wird aus einem vagen Zögern eine klare Frage, die du beantworten kannst. Was hinter einem „Das ist mir zu teuer“ stecken kann und wie du darauf antwortest, ohne einzuknicken, steht in meinem Artikel „Das ist mir zu teuer“: Was der Einwand bedeutet und wie du antwortest.

Möchte sie mit ihrem Partner sprechen, klärst du, worum es dabei geht: Finanzen, Zeitplanung oder die Frage, ob die Begleitung grundsätzlich sinnvoll ist. Vereinbare dann gleich, wann sie entscheidet und wer sich bei wem meldet.

Eine Frist nennst du nur, wenn es sie wirklich gibt. Ein angeblich letzter Platz, der morgen immer noch frei ist, kostet dich mehr Vertrauen, als er dir je an Buchungen bringt.

Wenn sie absagt

„Danke für deine klare Rückmeldung. Dann ist dieses Angebot im Moment nicht der richtige Schritt für dich.“ Mehr braucht es nicht. Eine Absage musst du nicht sofort in ein kleineres Angebot umwandeln. Das lohnt sich nur, wenn es wirklich besser zu ihrem Bedarf passt.

Wann beendest du ein Erstgespräch selbst?

Nicht jedes Erstgespräch führt zu einer Angebotsvorstellung. In vier Situationen beendest du es vorher oder empfiehlst eine andere Unterstützung:

  1. Sie ist nicht aus eigenem Antrieb da. Ihr Umfeld wünscht sich die Veränderung, sie selbst noch nicht.
  2. Sie glaubt nicht, dass sich etwas verändern lässt. Eine Zusammenarbeit braucht zumindest etwas Offenheit dafür.
  3. Sie sucht etwas anderes. Dein Angebot würde ihr eigentliches Anliegen nur am Rand berühren.
  4. Das Anliegen gehört in ärztliche oder psychotherapeutische Hände. Zum Beispiel bei unklaren oder neuen körperlichen Beschwerden oder Hinweisen auf eine psychische Erkrankung.

Für den vierten Fall hilft ein vorbereiteter Satz: „Das, was du beschreibst, sollte zunächst ärztlich abgeklärt werden. Ich kann diese Abklärung im Rahmen meiner Tätigkeit nicht leisten.“ Ist eine akute Krise erkennbar, geht es nicht mehr um ein Angebot. Dann hat die passende Weiterleitung Vorrang.

Eine klare Absage von deiner Seite stärkt übrigens deine fachliche Glaubwürdigkeit. Wer auch einmal sagt „Ich möchte dir nichts verkaufen, das an der entscheidenden Stelle nicht hilft“, dem glauben Interessenten auch das Ja.

Typische Fehler im Erstgespräch

Die typischen Fehler im Erstgespräch sind schnell aufgezählt: zu früh beraten, das ganze Angebot vorstellen, den Preis unsicher nennen und am Ende keine klare Abschlussfrage stellen. Alle lassen sich mit einem festen Ablauf und etwas Übung vermeiden.

  • Du beweist, wie viel du weißt. Du erklärst Ursachen, Modelle und Fachbegriffe. Das beeindruckt, aber die Interessentin weiß danach nicht, was die Zusammenarbeit für sie bedeutet.
  • Du stellst weit mehr als deine vier Kernfragen, und das Gespräch wird zum Verhör.
  • Du berätst ausführlich. Sie geht mit einem halben Plan und vielen Aufgaben, aber ohne Entscheidung.
  • Du stellst jedes Modul und jeden Bonus vor, und der Bezug zu ihrem Anliegen geht verloren.
  • Du nennst den Preis unsicher, sprichst schneller oder entschuldigst dich.
  • Am Ende fehlt die Entscheidungsfrage. „Ja, genau, das wäre so ungefähr mein Angebot“ lässt alles offen.
  • Du übergehst eine fehlende Passung, weil du auf die Buchung hoffst.
  • Du füllst jede Stille, obwohl die Interessentin gerade nachdenkt.

So übst du das Erstgespräch

Führe ein Probe-Erstgespräch von 30 Minuten mit einer Kollegin, nimm es auf und hör es dir an. Achte dabei auf drei Fragen: Wann hast du angefangen zu beraten? Hast du den Preis vollständig genannt? Wie lange hast du danach wirklich geschwiegen?

Dein nächster Schritt

Sicherheit im Erstgespräch kommt mit Übung und mit Sätzen, die du nicht jedes Mal neu erfinden musst.

Wenn du dafür Unterstützung möchtest, hilft dir das Salesflow Starterkit. Darin findest du einen Leitfaden für dein Verkaufsgespräch, fertige Formulierungen für Einwände und für deinen Preis, ein Audio für die Minuten vor dem Gespräch und ein Video-Training dazu, was dich beim Verkaufen innerlich bremst. Es kostet einmalig 47 € netto: Zum Salesflow Starterkit

Häufige Fragen zum Erstgespräch

Wie lange dauert ein Erstgespräch?

Für die meisten Angebote reichen etwa 30 Minuten. Eine sinnvolle Aufteilung sieht 2 bis 3 Minuten für Begrüßung und Rahmen vor, 12 bis 15 Minuten für die aktuelle Situation, das Ziel und bisherige Versuche, 3 bis 4 Minuten für Zusammenfassung und Einordnung, 4 bis 5 Minuten für die Angebotsvorstellung und 5 Minuten für Preis und Entscheidung. Diese Planung verhindert, dass der größte Teil der Zeit in Beratung fließt und für das Angebot kaum Zeit bleibt.

Sollte ein Erstgespräch kostenlos sein?

Ein Erstgespräch kann kostenfrei sein, wenn die Interessentin darin ein konkretes Angebot erhält. Es dient der Prüfung, ob eine Zusammenarbeit passt, und enthält keine Beratung. Bezeichnungen wie „kostenloses Beratungsgespräch“ oder „Strategiegespräch“ wecken dagegen die Erwartung, dass im Gespräch bereits Lösungen erarbeitet werden. Sie ziehen deshalb häufig Menschen an, die einen kostenlosen Rat suchen. Neutrale Bezeichnungen sind Erstgespräch, Kennenlerngespräch, Passungsgespräch oder Orientierungsgespräch.

Wie viele Fragen stellt man im Erstgespräch?

Vier Kernfragen reichen für die meisten Erstgespräche: Was hat zur Buchung des Gesprächs geführt? Was soll sich konkret verändern? Was wurde bisher versucht? Was hat bisher gefehlt, damit sich dauerhaft etwas verändert? Weitere Fragen dienen nur als Nachfragen, wenn eine Antwort zu allgemein bleibt. Zu viele Fragen lassen das Gespräch wie ein Verhör wirken und nehmen Zeit, die für Zusammenfassung, Angebot und Preis gebraucht wird.

Was sagt man, wenn eine Interessentin „Ich überlege es mir“ sagt?

Hilfreich ist eine ruhige Nachfrage, was genau noch offen ist, zum Beispiel: „Was genau möchtest du noch prüfen?“ oder „Geht es eher um die inhaltliche Passung oder um die Investition?“ Damit wird aus einem allgemeinen Zögern eine konkrete Frage, die sich klären lässt. Braucht die Interessentin tatsächlich Zeit, wird im Gespräch vereinbart, bis wann sie entscheidet und wer sich bei wem meldet. Fristen werden nur genannt, wenn sie wirklich bestehen.

Was tun, wenn jemand im Erstgespräch nur kostenlose Tipps möchte?

In diesem Fall hilft eine freundliche, klare Grenze, etwa: „Ich merke, du hast ganz konkrete Fachfragen. Die beantworte ich gern, aber in der Zusammenarbeit. In diesem Gespräch schauen wir erst einmal, ob das überhaupt zusammenpasst.“ Ein Erstgespräch dient der Prüfung der Passung. Konkrete Maßnahmen, Übungen oder individuelle Pläne gehören in die bezahlte Begleitung. Wer im Erstgespräch berät, nimmt der Interessentin oft den Grund, die Begleitung zu buchen.

Darf man nach einem Erstgespräch nachfassen?

Ja, wenn das Nachfassen im Gespräch vereinbart wurde. Sinnvoll ist eine Absprache wie: „Wenn ich bis nächste Woche nichts höre, melde ich mich einmal. Danach lasse ich dich in Ruhe.“ Die erste Nachricht kommt zum vereinbarten Zeitpunkt, bezieht sich auf den offenen Prüfpunkt und fragt nach der Entscheidung. Bleibt sie unbeantwortet, schließt eine letzte, freundliche Nachricht den Vorgang ab. Ein neuer Verkaufsvortrag gehört in keine der beiden Nachrichten.

Über die Autorin

Anne Jansson ist Business-Mentorin für selbstständige Gesundheitsexpertinnen für Mensch und Tier und leitet die Health Business Academy. Sie ist Wirtschaftsmathematikerin und hat Ayurveda und Ernährung studiert, jeweils mit Zertifikat. Zwölf Jahre arbeitete sie im Konzern in technischer Entwicklung, strategischer Businessentwicklung und Innovationsmanagement, ist Inhaberin von 41 Patenten und war nebenbei als Hochschuldozentin tätig.

Neben dem Job machte sie sich als Ayurveda-Coach selbstständig und begleitete Berufstätige nach einem Burnout. Neun Monate nach dem Start kündigte sie ihre Stelle im Konzern. Ihr reines Online-Business gründete sie 2019, Sitz ist heute Owingen am Bodensee.

Aus der Begleitung von Kollegen aus Ayurveda, Coaching und Gesundheit entstanden erst Gruppenprogramme und dann die Health Business Academy, die 2026 neu aufgestellt wurde und persönliches Mentoring mit KI-Agentinnen für die Umsetzung verbindet.

Mit ihrem Team hat Anne Jansson über 1.800 Kunden begleitet. Ihre Schwerpunkte sind Positionierung, kaufrelevante Angebote, Kundengewinnung ohne ständiges Posten und Verkaufen ohne Druck im Gesundheits- und Tiergesundheitsbereich.

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